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Seniorenvereinigung der Stadt Meppen e.V.

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Meppens Ältere im Fokus

Seit 35 Jahren ist die Seniorenvereinigung nun in Meppen

Lambert Brand

Meppen (EL) – Mit einer Feierstunde im Saal Kamp hat die Seniorenvereinigung Meppen ihr 35-jähriges Bestehen gefeiert. Vorsitzender Richard Peters begrüßte dazu mehr als 200 Gäste und wies auf das langjährige ehrenamtliche Engagement der Vereinigung für ältere Menschen in der Stadt Meppen hin. Sie stehe seit ihrer Gründung für Beständigkeit, Gemeinschaft und den Einsatz für die Interessen älterer Menschen.

Besonders begrüßte der Vorsitzende den nordrhein-west-fälischen Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Karl-Josef Laumann. Beim Rückblick wurde auf das vorausschauende Engagement des ersten Vorsitzenden der Seniorenvereinigung Meppen, dem ehemaligen Stadtdirektor der früher selbstständigen Kreisstadt Aschendorf, Hans Altmeppen Többen hingewiesen. Er erkannte früh den Bedarf in Meppen an seniorengerechtem Wohnraum und entwickelte gemeinsam mit der Stadtverwaltung ein Wohn-und Betreuungskonzept, das seinerzeit als „Meppener Modell“ bundesweit Beachtung fand. Weitere Informationen über die Geschichte und die Arbeit der Vereinigung finden sich auf www.seniorenvereinigung-meppen.de.

Zugleich verwies Peters auf die heutigen Herausforderungen für ältere Menschen. Der demografische Wandel, die steigende Zahl pflegebedürftiger Menschen, der Fachkräftemangel in der Pflege sowie fehlender bezahlbarer Wohnraum im Alter seien große gesellschaftliche Probleme, die Lösungen erforderten. Pflege könne zudem immer seltener allein innerhalb der Familie geleistet werden. Politik und Verwaltung müssten deshalb gemeinsam Lösungen entwickeln, damit auch künftig Sicherheit, Teilhabe und auch Zuversicht gewährleistet bleiben.

Die Sozialdezernentin des Landkreises Emsland, Sigrid Kraujuttis, würdigte in ihrem Grußwort die wertvolle Arbeit der Seniorenvereinigung. Auch ehrenamtlich sei bereits vieles auf den Weg gebracht worden. Angesichts des demografischen Wandels brauche es eine „sorgende Gemeinschaft“, für deren Ausbau alles getan werden müsse. Weiter betonte sie, dass im Emsland bereits zahlreiche positive Entwicklungen sichtbar seien. Auch Meppens Bürgermeister Helmut Knurbein gratulierte der Seniorenvereinigung zum Jubiläum. Er hob hervor, dass der Verein mit seinen vielfältigen Angeboten einen wichtigen Beitrag für das gesellschaftliche Leben in Meppen leiste und dankte für die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Richard Peters betonte, dass man von der Stadt Meppen große ideelle und finanzielle Unterstützung erfahre.

Für die eine gelungene musikalische Unterhaltung sorgte die Gruppe „Die Spätzünder“, die seit vielen Jahren ehrenamtlich in Pflegeheimen und sozialen Einrichtungen auftritt und mit ihren Engagement vielen Menschen Freude bereitet.

35 Jahre Seniorenvereinigung der Stadt Meppen

"Sozialstaat braucht Zusammenhalt und Verantwortung" Karl-Josef Laumann spricht in Meppen über Wirtschaft, Pflege und Demokratie

Von Lambert Brand

Meppen (EL) – Mit viel Humor, persönlichen Geschichten und klaren politischen Botschaften hat Karl-Josef Laumann die rund 200 Gäste bei der Jubiläumsveranstaltung zum 35-jährigen Bestehen der
Seniorenvereinigung Meppen im Saal Kamp begeistert. Sein Vortrag zum Thema „Sozialstaat der Zukunft“ wurde von zustimmendem Applaus begleitet.

 

Laumann machte gleich zu Beginn deutlich, wie wichtig ehrenamtliches Engagement und gesellschaftlicher Zusammenhalt seien. Meppens Bürgermeister könne dankbar sein, eine so aktive Seniorenvereinigung in seiner Stadt zu haben. „Dinge selbst in die Hand zu nehmen und zu handeln, das zeichnet auch das Emsland aus“, betonte der Minister. Gerade im Alter sei es wichtig, in Bewegung zu bleiben, soziale Kontakte zu pflegen und etwas gegen Einsamkeit zu tun. Politik allein könne viele Probleme nicht lösen.
Deshalb brauche es Vereine und Gemeinschaften wie die Seniorenvereinigung, in denen Menschen füreinander da seien.

Mit Blick auf die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung äußerte sich Laumann nachdenklich. Deutschland habe über viele Jahrzehnte Frieden, Stabilität und Wohlstand erlebt. „Jeder von uns kann dankbar sein, diese Zeit der Geschichte erlebt zu haben“, sagte er. Gleichzeitig wachse aber die gesellschaftliche Spaltung. Besonders Sorgen bereitete ihm zunehmende politische Radikalisierungen und die Gefahr, dass Demokratie und Freiheit nicht mehr selbstverständlich angesehen würden.

 

Auch wirtschaftspolitisch fand der Minister deutliche Worte. Deutschland befinde sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage, wobei die Lohnstückkosten und insbesondere die hohen Energiekosten eine wichtige Rolle spielten. Deshalb sprach sich Laumann dafür aus, flexible Gaskraftwerke als Ergänzung zu erneuerbaren Energien einzusetzen, wenn Wind- und Sonnenenergie nicht ausreichend verfügbar sei. Mit einem kleinen Seitenhieb auf die Bundesregierung sagte Laumann, manche Probleme könnten in Berlin „geschickter angepackt” werden, um Deutschland wieder wettbewerbsfähiger zu machen.

Dabei sprach der aus Riesenbeck stammende Minister auch über seinen eigenen Lebensweg. Nach der Volksschule absolvierte er eine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker und arbeitete mehrere Jahre in diesem Beruf, bevor er in die Politik wechselte. Unter großem Gelächter bekannte er: „Ein schöner Trecker ist mir immer noch lieber als ein schönes Auto.“ Zugleich unterstrich er die Bedeutung von Handwerk und Produktion für die deutsche Wirtschaft. Die Beschäftigten in Industrie und Mittelstand stünden täglich im internationalen Wettbewerb und müssten wettbewerbsfähigere Bedingungen vorfinden. Nach Ansicht Laumanns müssten deshalb auch die sogenannten Lohnstückkosten sinken.

Laumann verwies darauf, dass ein erheblicher Teil der Beschäftigten in Deutschland im öffentlichen Dienst arbeite und damit weniger Risiken ausgesetzt seien als Arbeitnehmer in der produzierenden Wirtschaft. Zudem seien die Belastungen durch Sozialversicherungsbeiträge inzwischen sehr hoch. Eine Lanze brach der Minister ausdrücklich für die Gewerkschaften. Diese hätten in wirtschaftlich schwierigen Zeiten oftmals verantwortungsvoll gehandelt. „Noch keine Firma ist an zu hohen Löhnen pleite gegangen“, sagte Laumann.

Breiten Raum nahm auch das Thema Gesundheitsversorgung ein. Die Krankenhauslandschaft müsse reformiert werden, betonte der Minister. Nicht jedes Krankenhaus könne künftig sämtliche Leistungen anbieten, allerdings müsse auch auf dem Land eine Grundversorgung verbleiben. Die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums nannte Laumann „weitgehend gut”. Laumann warnte davor, bereits im Vorfeld die notwendige Strukturreformen schlechtzureden. Viele Kliniken seien finanziell stark belastet und am Ende. Als gelungenes zukunftsweisendes Beispiel nannte Laumann die Zusammenarbeit und Aufgabenverteilung der Krankenhäuser in Meppen und Lingen nach der Zusammenlegung.

Besonders wichtig ist Laumann eine gute medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Deshalb habe Nordrhein-Westfalen eine sogenannte Landarztquote eingeführt. Ein Teil der Studienplätze für Medizin würde nur an Bewerber vergeben, die sich verpflichteten, später auf dem Land zu arbeiten. Da die Ausbildung jedoch viele Jahre dauere, seien die Auswirkungen erst später sichtbar. Um Ärzte für die Tätigkeit in ländlichen Gebieten zu motivieren, müssten sie vor Ort eine gute Infrastruktur wie zum Beispiel Ärztehäuser vorfinden. Wichtig seien zudem eine bessere Digitalisierung des Gesundheitswesens sowie eine gezieltere Patientensteuerung, um lange Wartezeiten bei Fachärzten zu vermeiden. Nicht jedes gesundheitliche Problem müsse sofort im Krankenhaus behandelt werden. Gleichzeitig müsse die ambulante Versorgung deutlich gestärkt werden.

Auch die Zukunft der Renten- und Pflegeversicherung sprach Laumann offen an. Angesichts von 46 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und rund 26 Millionen Rentnern müsse darüber gesprochen werden, wie das System langfristig finanzierbar bleibe. Der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering habe mit der Einführung der Rente mit 67 eine richtige Entscheidung forciert. Nach Laumanns Meinung dürfen Rentenkürzungen kein Thema sein. Denkbar sei jedoch, Menschen freiwillig länger arbeiten zu lassen, wenn Gesundheit und Beruf dies zuließen.

Mit Blick auf die Pflege verwies Laumann darauf, dass die Pflegeversicherung heute eine wichtige Stütze des Sozialstaates sei. Rund 85 Prozent der Pilegebedürftigen lebten nicht im Heim, viele würden zu Hause versorgt. Deshalb müsse auch die häusliche Pflege stärker unterstützt werden.

Zum Abschluss appellierte der Minister an Politik und Gesellschaft, wieder stärker das Gemeinwohl in den Mittelpunkt zu stellen. Kompromissbereitschaft sei keine Schwäche, sondern eine Stärke der Demokratie. In Nordrhein-Westfalen arbeite man trotz unterschiedlicher Positionen konstruktiv in der schwarz-grünen Koalition zusammen. „Davon kann man sich in Berlin noch was abgucken”, sagte Laumann schmunzelnd.

In der anschließenden Diskussion unterstützte der ehemalige Lingener Oberbürgermeister und Staatssekretär Heiner Pott viele Aussagen des Ministers. Besonders hob er hervor, dass Deutschland auch künftig auf gut ausgebildete ausländische Pflegekräfte angewiesen sei. Der Vortrag Laumanns wurde von den Gästen mit langanhaltendem Beifall aufgenommen.

Festveranstaltung anlässlich des 35-jährigen Bestehens der Seniorenvereinigung Meppen.

Mit Stolz und Dankbarkeit blicken wir auf 35 Jahre Seniorenarbeit zurück. Zugleich bleibt es unsere gemeinsame Aufgabe, dafür einzutreten, dass unsere Stadt ein Ort bleibt, an dem man nicht nur gut lebt, sondern auch gut älter wird – in Würde, Gemeinschaft und mit Lebensqualität.

Hier ein paar Impressionen von unserer Jubiläumsveranstaltung

Schlössertour im Münsterland

Pressemitteilung

Seniorenvereinigung Meppen auf erlebnisreicher Schlössertour


Meppen. Die Vorfreude war groß, als sich 60 Seniorinnen und Senioren auf Einladung der Seniorenvereinigung Meppen zu einer Tagesfahrt ins Münsterland aufmachten.

Auf dem Programm standen mit Schloss Nordkirchen und Burg Vischering zwei der eindrucksvollsten historischen Bauwerke der Region. Hier gab es Informationen zur Geschichte und Architektur der historischen Gebäude. So erfuhren die Seniorinnen und Senioren, dass das imposante Schloss Nordkirchen aufgrund seiner prachtvollen barocken Bauweise auch als „Westfälisches Versailles“ bezeichnet wird. Besonders beeindruckt zeigten sich die Teilnehmenden bei einem Rundgang von der rund 170 Hektar großen Parkanlage und den harmonisch angelegten Gärten. Das im 18. Jahrhundert errichtete Schloss zählt zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten des Münsterlandes und wurde von der UNESCO als „Gesamtkunstwerk von internationalem Rang“ gewürdigt.
Ein Teil der Gebäude dient heute als NRW-Hochschule für Finanzen sowie als Ausbildungsstätte für den Nachwuchs der Finanzverwaltung.

Zur Mittagszeit kehrte die Reisegruppe im Clemens-August-Restaurant in Ascheberg ein, wo eine leckere Suppe für eine willkommene Stärkung sorgte.

Am Nachmittag ging die Fahrt weiter zur Burg Vischering am Rand von Lüdinghausen. Die eindrucksvolle Wasserburg wurde im 13. Jahrhundert vom Bischof von Münster als wehrhafte Anlage errichtet und hat ihren mittelalterlichen Charakter bis heute bewahrt. Während einer fachkundigen Führung erfuhren die Teilnehmenden viel Wissenswertes über das Leben auf einer Burg im Mittelalter. Erläutert wurden unter anderem die Funktionen von Gräften, Zugbrücken und Wehrmauern zur Verteidigung sowie die Bedeutung der Burg als Wohnsitz, Verwaltungs- und Versorgungszentrum.

Auch die enge Verbindung zwischen Kirche und weltlicher Herrschaft wurde anschaulich dargestellt. Bis heute befindet sich die Burg im Besitz der Familie Droste zu Vischering.

Den Abschluss des Tages bildete ein Besuch im Hofcafé Grothues-Potthoff in Senden. In geselliger Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen ließ die Gruppe die zahlreichen Eindrücke Revue passieren. Viele nutzten zudem die Gelegenheit, regionale Spezialitäten im angeschlossenen Hofladen zu entdecken und zu erwerben, bevor die Reisegruppe mit vielen neuen Impressionen die Rückfahrt nach Meppen antrat.

Text und Foto: Seniorenvereinigung Meppen

Palliativ- und Hospizversorgung im Landkreis Emsland

Ambulant vor stationär       

So funktioniert das Palliativ-Netzwerk im Landkreis Emsland

Von Lambert Brand

Meppen (EL) – „Palliativ! Nicht nur am Ende dabei!” – unter diesem prägnanten Leitsatz hat die Seniorenvereinigung Meppen das hochsensible Thema der Begleitung am Lebensende in den Fokus gerückt. Das außerordentlich große Interesse von mehr als 150 Gästen bewies eindrucksvoll, wie stark die Frage nach einer würdevollen und ganzheitlichen Betreuung die Menschen in der Region bewegt. Zwei ausgewiesene Expertinnen aus Lingen und Sögel zeigten auf, wie das engmaschige Netzwerk der Palliativversorgung im Landkreis Emsland funktioniert und warum eine gute Begleitung schon lange vor den letzten Tagen beginnt.

Der Vorsitzende der Seniorenvereinigung, Richard Peters, unterstrich in seiner Begrüßung die hohe Aktualität: Die Frage, wie Menschen am Lebensende würdevoll begleitet werden können, betreffe immer mehr Familien. Die Referentinnen Dr. med. Nicole Wollweber, ärztliche Leiterin der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) am Bonifatius Hospital in Lingen sowie Ilona Konken, Koordinatorin beim Palliativstützpunkt beziehungsweise ambulanten Palliativdienst am Hümmling-Hospital Sögel, stellten in den Mittelpunkt der Veranstaltung die Frage, was Palliativversorgung bedeutet und welche Leistungen sie umfasst. Unter dem Leitsatz „Palliativ! Nicht nur am Ende dabei!“  wurde deutlich, dass Palliativmedizin weit über die reine Sterbebegleitung hinausgeht. Sie setzt bereits früh im Krankheitsverlauf ein – nämlich dann, wenn eine Erkrankung nicht mehr heilbar ist, aber weiterhin behandelt und begleitet werden kann. Ziel der Palliativversorgung ist es, die Lebensqualität schwerkranker Menschen zu verbessern. Dabei steht nicht die Heilung im Vordergrund, sondern die Linderung belastender Symptome sowie die ganzheitliche Betreuung. Dazu gehört insbesondere die Behandlung  von Schmerzen, Atemnot, Übelkeit oder Angst.Gleichzeitig werden auch psychische, soziale und spirituelle Bedürfnisse berücksichtigt. Darüber hinaus beinhaltet die Palliativarbeit eine Vielzahl weiterer Leistungen. Dazu zählen unter anderem die Sicherstellung komplexer Versorgungsformen wie Medikamentenpumpen oder Portversorgungen, präventives Krisenmanagement sowie ergänzen-
de Therapieangebote wie Gesprächstherapie, Aromapflege, Entspannungstechniken oder Physiotherapie. Ebenso wichtig sind die seelsorgerische Begleitung und die Unterstützung im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer.

Betreuung durch Palliative Care Fachkräfte: Ein zentrales Element ist die multiprofessionelle Zusammenarbeit. Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Sozialarbeit, Seelsorge sowie ehrenamtliche Helfer arbeiten eng zusammen, um eine umfassende Betreuung zu gewährleisten. Dabei steht stets der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen im Mittelpunkt. Die Palliativversorgung versteht sich als ganzheitlicher Ansatz, der sowohl die Betroffenen als auch deren Angehörige einbezieht. Die Referentinnen stellten die Palliativstationen im Verbund der St. Bonifatius Hospitalgesellschaft vor. Sowohl Hümmling Hospital in Sögel (Seit 2007) im Bonifatius Hospital, Lingen sind (seit 2019) stehen jeweils fünf Betten in eigenen Stationen zur Verfügung, die von Palliativen Care Fachkräften betreut werden.

Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung der SAPV, als ambulanten Palliativversorgung. Diese ermöglicht es, Patientinnen und Patienten in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung zu betreuen. Ziel ist es, ein möglichst selbstbestimmtes Leben bis zuletzt zu ermöglichen. Die medizinische Betreuung bleibt dabei in den Händen der Haus- oder Fachärzte, während spezialisierte Palliativdienste unterstützend tätig werden. Voraussetzung ist eine ärztliche Verordnung, die Leistungen können über die gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden. Hinsichtlich der Kostenübernahme durch privat Versicherte bestehe Klärungsbedarf mit der Krankenkasse. Zudem steht
ein „Rund-um-die-Uhr”-Bereitschaftsdienst für Not- und Krisensituationen zur Verfügung.

Funktionierende Netzwerke: Im Landkreis Emsland zeigt sich, wie wichtig funktionierende Netzwerke sind. Ambulante Dienste, Krankenhäuser, Hospize und weitere Einrichtungen arbeiten eng zusammen, um eine kontinuierliche und bedarfsgerechte Versorgung sicherzustellen. Auch spezialisierte Angebote für Kinder und Jugendliche sind Teil der Struktur, um den besonderen Bedürfnissen junger Patientinnen und Patienten gerecht zu werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Begleitung der Angehörigen. Sie werden nicht nur entlastet, sondern auch beraten und emotional unterstützt-sowohl während der Erkrankung als auch in der Trauerphase. Damit wird deutlich, dass Palliativversorgung immer das gesamte soziale Umfeld im Blick hat.

Neben der ambulanten Palliativversorgung wurde im Rahmen der Veranstaltung auch die Bedeutung der überwiegend ehrenamtlichen Arbeit der Hospizvereine und des stationärer Hospiz St. Veronika in Thuine mit acht Betten hervorgehoben als spezialisierte Pflegeeinrichtungen für schwerstkranke und sterbende Menschen, die nicht mehr zu Hause versorgt werden können. Die Referentinnen machten deutlich: Stationäre Hospize sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Versorgungskette im Emsland. Es sei wichtig im Emsland ein leistungsfähiges Hospiz mit mindestens 12 Betten zu unterhalten. Dabei sollte die geografische Lage von Bedeutung sein.

Menschen nicht allein lassen: Die große Resonanz der Veranstaltung machte laut Richard Peters deutlich, wie relevant dieses Thema für die Gesellschaft ist. Palliativversorgung bedeutet, Menschen in einer besonders sensiblen Lebensphase nicht allein zu lassen, sondern ihnen mit medlizinischer Kompetenz, menschlicher Nähe und umfassender
Unterstützung zur Seite zu stehen. Oder, wie es die Begründerin der modernen Hospizbewegung, Cicely Saunders, treffend formulierte: Nicht dem Leben mehr Tage geben, sondern den Tagen mehr Leben.

Wege gegen Ärztemangel

Weiterbildungsgesellschaft soll Nachwuchs binden

Von Lambert Brand

Meppen (EL) – Im Rahmen der Veranstaltung der Seniorenvereinigung Meppen stellte Dr. Sigrid Kraujuttis, Dezernentin für Gesundheit und Soziales beim Landkreis Emsland, die zentralen Handlungsfelder der Gesundheitsregion Emsland sowie die Vielfalt der Pflegelandschaft vor. Es wurde deutlich, wie breit und differenziert die Angebote im Emsland bereits aufgestellt sind. Der Landkreis Emsland nimmt bei landesweiten Modellprojekten im Gesundheitsbereich eine Vorreiterrolle ein, betonte Vorsitzender der Seniorenvereinigung Richard Peters einleitend in das Thema.

Ein zentrales Anliegen sei es, die ärztlich-medizinische Versorgung, Pflege und Prävention kontinuierlich weiterzuentwickeln und insbesondere wohnortnahe Angebote zu stärken, betonte Dezernentin Kraujuttis, die von Beginn an bei der Projektentwicklung mitgewirkt hat und die Handlungsfelder erklärte. Die Arbeit der eingerichteten Gesundheitsregion Emsland eine wichtige koordinierende Rolle, um verschiedene Akteure miteinander zu vernetzen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln, betonte Kraujuttis.

Vielfältige Pflegelandschaft und Wohnformen: Die vorgestellte Pflegelandschaft umfasst zahlreiche Bereiche. Im Fokus stehen unterschiedliche Wohnformen wie barrierefreie Wohnungen, ambulant betreute Wohneinheiten oder Senioren-Wohngemeinschaften. Ergänzt werden diese durch Beratungsangebote, etwa durch Pflegestützpunkte, Demenz-Servicezentren oder ehrenamtliche Wohnberatung.
Auch freiwilliges Engagement spielt eine große Rolle, beispielsweise durch Seniorenbegleitungen oder Freiwilligenagenturen und vieles mehr.
„Erstes Ziel für die Senioren ist natürlich, so lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben zu können“, sagte Kraujuttis. Professionelle Pflege und neue Projekte: Darüber hinaus beleuchtete die Referentin die professionelle Pflege. Diese reicht von ambulanten Diensten über teilstationäre Angebote bis hin zur stationären Versorgung. Auch die medizinische Infrastruktur ist breit aufgestellt: Neben Krankenhäusern und Reha-Kliniken gehören Haus- und Fachärzte, Apotheken sowie spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) und die Hospizarbeit zum Netzwerk. Qualifizierung und Weiterbildung der Ehrenamtlichen ist dabei von großer Bedeutung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vernetzung und Qualifizierung der Beteiligten. Pflegekonferenzen, Pflegetische sowie Fortbildungsangebote sollen die Zusammenarbeit stärken und die Qualität der Versorgung sichern.

Zurzeit wird bei den Kommunen das Projekt „Emsland-Care“ eingeführt. Dabei erhalten die Bürger niedrigschwellige Unterstützung bei Fragen zu psychosozialen Belastungen, Pflege, Demenz oder ähnlichen Themen – ohne lange Wartezeiten. Ziel sei es unter anderem, auch Hausarztpraxen zu entlasten.

Sicherung der medizinischen Versorgung in der Zukunft: Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Sicherung der medizinischen Versorgung in der Zukunft. Hier spielt die Weiterbildungsgesellschaft „Meilenstein“ eine entscheidende Rolle. Sie wurde ins Leben gerufen, um gezielt dem Ärztemangel entgegenzuwirken und junge Medizinerinnen und Mediziner für die Region zu gewinnen. Durch strukturierte Weiterbildungsprogramme, enge Begleitung und attraktive Rahmenbedingungen sollen Nachwuchskräfte frühzeitig an das Emsland gebunden werden. Gleichzeitig stärkt das Projekt die Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten und trägt so zur langfristigen Stabilität der Versorgung bei.

Deutlich wurde in dem Vortrag: Die Gesundheitsregion Emsland ist vielseitig, gut strukturiert und auf zukünftige Herausforderungen ausgerichtet. Ziel bleibt es, allen Bürgerinnen und Bürgern, insbesondere den Hilfs- und Pflegebedürftigen sowie deren Angehörigen, eine verlässliche, wohnortnahe und qualitativ hochwertige Versorgung zu ermöglichen.

Drei Säulen für ein ganzes Berufsleben

Wie der Campus Ludmillenstift in Meppen dem Fachkräftemangel im Emsland begegnet

Von Lambert Brand
Meppen (EL) Helle und freundliche Räume, modernste digitale Lernmöglichkeiten und eine klare Vision für die Zukunft der Gesundheitsberufe: Wer den neuen Campus des Ludmillenstifts betritt, spürt sofort, dass hier mehr passiert als reine Wissensvermittlung. Mit einem Investitionsvolumen von rund zehn Millionen Euro ist in Meppen ein Bildungszentrum entstanden, das Tradition und hochmoderne Praxisorientierung eindrucksvoll miteinander verbindet.

Konsequent ausgerichtet auf lebenslanges Lernen, ruht das Bildungsverständnis des Campus auf drei starken Säulen: der Ausbildung, der Fortbildung und der Weiterbildung. Wie Campusleiterin Kathrin Andrees und ihre Stellvertreterin Nadine Reißig betonen, versteht sich die Einrichtung als eine tragende Säule der Gesundheitsbildung in der gesamten Region. Die klare Haltung des Hauses spiegelt sich im einprägsamen Leitbild wider: „Menschlichkeit. Unser Kompass. Bildung. Unser Weg. Praxis. Unser Ziel.“

Erste Säule: Ein starkes Fundament aus Tradition und Perspektive: Die Wurzeln des Bildungsstandortes reichen tief. Bereits 1958 wurde die staatlich anerkannte Krankenpflegeschule gegründet, zehn Jahre später, 1968, folgte die Kinderkrankenpflegeschule. Auf diesem historischen Fundament baut heute ein hochmodernes Angebot auf.
Das Herzstück der ersten Säule bilden die dreijährigen Ausbildungsgänge in der Pflege und in der Physiotherapie. Jedes Jahr schließen hier rund 50 Pflegefachfrauen und -männer sowie etwa 25 Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten erfolgreich ab. Ergänzt wird das klassische Modell durch zukunftsweisende duale und kooperative Studienwege: Dazu zählen die vierjährige duale Pflegeausbildung in enger Kooperation mit der Hochschule Osnabrück (Standort Lingen) sowie ein ausbildungsintegriertes Studium, das Physiotherapie, Motologie und Ergotherapie in Zusammenarbeit mit der Hochschule Emden vereint. Hinzu kommen zahlreiche Praxisanleiterinnen und -anleiter.

Getragen wird diese Vielfalt von einem interdisziplinären Team aus rund 22 Lehrkräften in Voll- und Teilzeit. Der Qualifikationsmix ist enorm: Pflegefachpersonen, Physiotherapeuten, Notfallsanitäter und Heilerziehungspfleger bringen ihre Expertise ein. Viele von ihnen verfügen über akademische Abschlüsse (Bachelor, Diplom oder Master). Dabei geht das Aufgabenfeld weit über den klassischen  Unterricht als Kernkompetenz hinaus. Auch Praxisbegleitungen, Netzwerkarbeit, die stetige Digitalisierung sowie die Präsenz auf Job- und Ausbildungsbörsen gehören zum Alltag der Lehrenden.

Zweite und dritte Säule: Lebenslanges Lernen und Spezialisierung: Um dem medizinischen Fortschritt und den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, setzen die zweite und dritte Säule auf kontinuierliche Qualifizierung. Das Portfolio umfasst Praxisanleiterkurse sowie die anspruchsvolle, zweijährige und berufsbegleitende Weiterbildung zur Fachkraft für Intensiv- und Anästhesiepflege. Für das Jahr 2026 hat sich der Campus noch breiter aufgestellt. Geplant sind unter anderem: Eine umfangreiche 300-stündige Weiterbildung für die Praxisanleitung, fach- spezifische Fortbildungen in der Neurologie, Manuellen Therapie und Manuellen Lymphdrainage, Schulungen zur „Salutogenen Kommunikation“ (ein ressourcenorientierter Ansatz zur Gesundheitsförderung), Kurse in Aromapflege und Seminare zur multiprofessionellen Handlungssicherheit im sensiblen Umgang mit sterbenden Patientinnen und Patienten, der Ausbau wertvoller Kooperationen, unter anderem mit dem Vitus-Werk.

Internationale Talente und zukunftsweisende Lernorte: Ein weiterer zentraler Baustein gegen den Fachkräftemangel ist die internationale Gewinnung von Auszubildenden. Das Interesse ist riesig: Pro Ausbildungsbeginn verzeichnet der Campus rund 200 Anfragen aus dem Ausland. Für ausgewählte Kandidatinnen und Kandidaten – aktuell unter anderem aus Kenia hat das Team einen strukturierten Onboarding Prozess etabliert. Unter der Leitung von Birgit Waldheim werden die angehenden Fachkräfte bei der Sprachqualifikation, der Wohnsituation und der gesellschaftlichen Integration engmaschig begleitet.
Auch räumlich und didaktisch geht der Campus neue Wege. Praxisnahe Übungsbereiche bereiten die Auszubildenden auf den echten Klinikalltag vor. Ein besonderes Highlight der künftigen Entwicklung ist das noch in der Fertigstellung befindliche sogenannte „Skills-Lab“. Es soll als innovativer dritter Lernort“ die Brücke zwischen blanker Theorie und der direkten Arbeit am Patienten schlagen. Künftig sollen hier das interdisziplinäre Lernen und die enge Zusammenarbeit zwischen Pflege, Physiotherapie und Medizin weiter gestärkt werden. Perspektivisch runden Formate wie geplante Patientenakademien das Campus-Angebot ab.

Hohe Wertschätzung durch die Meppener Senioren:  Dass dieses zukunftsweisende Konzept nicht nur Fachkreise , sondern die gesamte Region bewegt, zeigte sich kürzlich beim Besuch der Seniorenvereinigung Meppen. Das Interesse an den neuen Räumlichkeiten war so immens, dass gleich zwei Besichtigungstermine für die über 120 Teilnehmenden organisiert werden mussten.
Für viele der Gäste war der Besuch eine emotionale Zeitreise, da einige von ihnen ihre eigene Ausbildung einst in der früheren Krankenpflegeschule des Ludmillenstifts absolviert hatten. Richard Peters, Vorsitzender der Seniorenvereinigung, dankte den Campus- Verantwortlichen herzlich für die exklusiven Einblicke. In seinem Fazit unterstrich Peters die immense gesellschaftliche Relevanz der Einrichtung: „Wenn Pflege benötigt wird -im Krankenhaus, ambulant oder stationär – ist es gut, der Aus- und Fortbildung von Pflegekräften besondere Wertschätzung entgegenzubringen.“ Angesichts der stetig steigenden Pflegeintensität in der Gesellschaft sei eine exzellente Qualifikation und hohe Motivation der jungen Menschen von elementarer Bedeutung. Im Namen des Vorstands äußerte Peters den festen Wunsch, dass künftig alle Ausbildungsplätze am Campus belegt werden können und verband dies mit der dringenden Hoffnung, dass der seit Langem geforderte Bürokratieabbau im Gesundheitswesen endlich spürbar vorangetrieben wird.

Kleiner Knopf – große Wirkung

Malteser informieren über Unterstützungsangebote für Senioren – Hausnotruf als zentraler Baustein

Von Lambert Brand


Meppen (EL) – Ein Sturz in der Wohnung, plötzliches Unwohlsein oder ein medizinischer Notfall: Situationen wie diese kommen oft unerwartet. Besonders für ältere Menschen oder Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen ist schnelle Hilfe entscheidend. Der Hausnotruf bietet hier ein bewährtes Sicherheitsnetz. Wie diese Hilfe funktioniert, machte der Dienststellenleiter des in Meppen neu aufgestellten Malteser Hilfsdienstes (MHD), Jens Abels, den Mitgliedern der Seniorenvereinigung Meppen deutlich.

Der Hausnotruf, der vom MHD und auch von anderen Organisationen angeboten wird, richtet sich vor allem an ältere, aber auch an jüngere Menschen, an Personen, die allein leben, oder an Menschen mit gesundheitlichen Problemen. Aber auch wer einfach vorsorgen möchte, profitiert von dem Angebot. Denn schnelle Hilfe kann im Notfall entscheidend sein – und Sicherheit bedeutet Lebensqualität. Der Hausnotruf ist laut Albers ein bewährtes Malteser informieren über Unterstützungsangebote für Senioren – Hausnotruf als zentraler Baustein Unterstützungssystem, das rund um die Uhr Sicherheit bietet.

Aktuell betreuen die Malteser in Meppen, Nordhorn und Lingen insgesamt 2.771 Kundinnen und Kunden im Hausnotruf. Im Durchschnitt werden 31 Alarmierungen pro Monat bearbeitet. Der Dienst wird von 15 qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragen und ist 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche und an 365 Tagen im Jahr erreichbar.

Über einen tragbaren Notrufknopf können Nutzerinnen und Nutzer im Notfall sofort Kontakt zur Notrufzentrale aufnehmen. Von dort aus werden – je nach Situation – Angehörige, Bekannte, der Malteser-Hintergrunddienst, kooperierende Pflegedienste oder der Rettungsdienst verständigt. Für das Jahr 2026 kündigten die Malteser zudem Neuerungen an, darunter einen mobilen Hausnotruf für unterwegs sowie eine Angehörigen-App, die zusätzliche Transparenz und Sicherheit bieten soll.

Ergänzend zum Hausnotrufsystem kann weiteres Zubehör eingesetzt werden, das ausschließlich in Verbindung mit einem Hausnotrufgerät genutzt wird. Dazu zählen unter anderem Rauchwarnmelder, Wassermelder, ein Falldetektor mit automatischer Notrufauslösung bei einem Sturz sowie ein Sound Boost zur Reichweitenverstärkung innerhalb der Wohnung oder im Garten. Diese Zusatzkomponenten erhöhen die Sicherheit im Alltag und können individuell angepasst werden.

Die stellvertretende Dienststellenleiterin Marilena Lenz stellte weitere Angebote der Malteser vor. Ein wichtiger Bestandteil ist der Menüservice „Essen auf Rädern“, der täglich frisch gekochte Mahlzeiten nach Hause liefert. Die Gerichte werden in Meppen-Nödike zubereitet, auf Porzellan angerichtet und in Thermoboxen ausgeliefert. Kundinnen und Kunden können wöchentlich aus wechselnden Speiseplänen wählen, darunter Vollkost oder vegetarische Menüs, ergänzt durch Tagessuppe und Dessert. Die Lieferung erfolgt an 365 Tagen im Jahr, auf
Wunsch bis auf den Esstisch. Eine Schlüsselhinterlegung ist
möglich, eine Reinigung des Geschirrs nicht erforderlich.

Abgerundet wird das Angebot durch Fahrdienste, Erste- Hilfe-Kurse sowie weitere Kurs- und Gruppenangebote, die Mobilität, Gesundheit und soziale Teilhabe fördern. Dass das Angebot der Hilfsorganisation auf großes Interesse stieß, machten die vielen Fragen der Versammlungsteilnehmer deutlich.

Auch das Thema Kosten blieb nicht außen vor. Abels und Lenz nannten die Preise und erklärten, dass ab einem Pflegegrad Zuschüsse für die verschiedenen Pakete möglich sind. Hierfür sei eine individuelle Beratung erforderlich. Infos und Kontaktmöglichkeiten sind abrufbar auf /www.malteser.de/standorte/meppen.html.

Von Ootmarsum bis Bokeloh

Seniorenvereinigung Meppen lädt 2026 zu vielfältigen Veranstaltungen ein

Von Lambert Brand


 

Meppen (EL) – Mit einem vielseitigen Programm geht die Seniorenvereinigung Meppen in das Jahr 2026. „Unsere Aufgabe als Vorstand ist es, interessante, aber auch kostengünstige  Veranstaltungen anzubieten“, betonte der erste Vorsitzende Richard Peters, der das Programm in der Mitgliederversammlung im Kolpinghaus Meppen vorstellte. Auf dem Jahresplan stehen informative Vorträge, interessante Besichtigungen, gemeinsame Ausflüge sowie gesellige Veranstaltungen, die Raum für Begegnung und Austausch bieten.

Ein besonderes Highlight: Für den Sommer ist die Jubiläumsveranstaltung anlässlich des 35-jährigen Bestehens der Seniorenvereinigung Meppen mit einem „zugkräftigen Referenten“ vorgesehen. Der genaue Ablauf befindet sich derzeit noch in der Planung.
Den ersten Programmpunkt bildet am 23. Februar um 14 Uhr die Besichtigung des Schulungszentrums „Campus Ludmillenstift“ im Ludmillenstift Meppen. Die Teilnehmenden erhalten dabei Einblicke in die Aus- und Fortbildung im
Pflegebereich.
Am Mittwoch, 25. März, um 15 Uhr lädt die Seniorenvereinigung ins Alte Gasthaus Kamp in Meppen zu einem Vortrag zum Thema Palliativ- und Hospizversorgung im Landkreis Emsland ein. Referentinnen sind Dr. Nicole Wollweber und Ilona Konken, die über Versorgungsangebote und Unterstützungsmöglichkeiten informieren. Ein Höhepunkt im Frühjahr ist die Tages fahrt am Dienstag, 5. Mai, ins Münsterland zu Schloss Nordkirchen und zur Burg Vischering, einem Weltkulturerbe. Geplant sind außerdem Aufenthalte im Clemens-August Restaurant in Ascheberg sowie im Hofcafé Grothues in Senden.
Am Dienstag, 11. August, steht ein weiterer Ausflug auf dem Programm. Um 10 Uhr startet die Fahrt ins niederländische Ootmarsum. Dort erwarten die Teilnehmenden ein historischer Ortskern mit Cafés und Galerien sowie ein Besuch im Freilichtmuseum. Auf die Frage nach der Verpflegung in den Niederlanden kam die Antwort: „Ein holländisches Rosinenbrot geht immer.“ Auf der Rückfahrt ist eine Einkehr im Stiftscafé Menke in Wietmarschen geplant.
Der 16. Meppener Seniorennachmittag, der stets große Resonanz stößt, findet am Samstag, 12. September, um 14.30 Uhr im Restaurant Kamp in Meppen statt. Für musikalische Unterhaltung sorgt der Shantychor Geeste. Am Donnerstag, 1. Oktober, begeht die Seniorenvereinigung den Internationalen Tag der älteren Generation im Dorfgemeinschaftshaus Bokeloh. Unter dem Motto „Einsamkeit verstehen und sie gemeinsam überwinden“ spricht Dr. Christoph Hutter (Diplom-Theologe, Bistum Osnabrück). Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung vom Seniorenchor 60plus des Dekanats Emsland-Mitte.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Telefonseelsorge Emsland statt.
Die Mitgliederversammlung ist für Mittwoch, 21. Oktober, um 15 Uhr im Ratssaal der Stadt Meppen angesetzt. Dabei stehen Vorstandsneuwahlen an. Den festlichen Abschluss des Jahres bildet die Weihnachtsfeier am Mittwoch, 9. Dezember, um 15 Uhr im Emslandsaal Kamp Meppen. Die musikalische Gestaltung übernimmt das Lingener Männerquartett. Für alle Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich, die jeweils frühestens drei Wochen vor dem Termin möglich ist. Außerdem ist eine geringe Kostenbeteiligung vorgesehen. Die Mitgliedsorganisationen werden gesondert eingeladen. Weitere Informationen sind auf der Homepage www.seniorenvereinigungmeppen.de erhältlich.
Trotz höherer Ausgaben konnte Rechnungsführer Helmut Fühner einen fast ausgeglichenen Jahresabschluss 2025 vorlegen. Man habe kostenintensive Veranstaltungen durchgeführt und in eigene Veranstaltungstechnik investiert, dies aber unter anderem durch Spenden und einen höheren Zuschuss der Stadt Meppen refinanzieren können, betonet Fühner. „Ein Sorgenkind weniger“ hat die Seniorenvereinigung laut Vorsitzenden Peters, da die mehrfach geänderte Vereinssatzung endlich ins Vereinsregister eingetragen worden ist. 

Weihnachtsfeier der Seniorenvereinigung Meppen

Im mit über 100 Gästen nahezu voll besetzten Kolpinghaus in Meppen hat die Seniorenvereinigung der Stadt Meppen in der vergangenen Woche ihre Weihnachtsfeier mit leckerem Kaffee und Kuchen und unterhaltsamen Kurzgeschichten durchgeführt.

Pressemitteilung

Für die musikalische Begleitung sorgte die Meppener Gruppe „Schlagsaite“, alle Bandmitglieder sind Senioren aus dem Stadtteil Esterfeld, mit einem Reigen weihnachtlicher und stimmungsvoller Lieder. Besonders beim Lied „Well kump dor mit den groten Sack“ merkte man, dass die Gäste gerne in diese altbekannte plattdeutsche Weise mit einstimmten. Der von „Schlagsaite“ vorgetragene Titel „Zuversicht“ von Roland Kaiser, der von zwischenmenschlicher Entfremdung, Zukunftsängsten und Streitigkeiten  erzählt, sprach mit seinem Wunsch nach mehr

Mitmenschlichkeit und sozialer Gerechtigkeit sowie einer hoffnungsvollen Zukunft sicher vielen Seniorinnen und Senioren aus dem Herzen.

Ein Ständchen gab es für Egon Reiners, einen langjährigen Begleiter der Aktivitäten der Seniorenvereinigung Meppen, der vor wenigen Tagen seinen neunzigsten Geburtstag feierte.

Mit besonderem Interesse verfolgten die Seniorinnen und Senioren die Ankündigungen für das Programm 2026 mit Vorträgen zu den Themen Palliativ- und Hospizversorgung sowie zum Thema Einsamkeit. Freuen dürfen sich die älteren Menschen auch auf eine Schlössertour im Münsterland sowie auf einen Besuch der malerischen Stadt Ootmarsum in den Niederlanden und  des dortigen Freilichtmuseums. Beim „16. Meppener Seniorennachmittag“ im September 2026 wird der „Shantychor Geeste“ mit bekannten Seemannsliedern für Stimmung sorgen.

Seit mehr als 30 Jahren unterstützt Andreas Pothen, Fachbereichsleiter Soziales in der Stadtverwaltung, die Aktivitäten der Seniorenvereinigung Meppen. Der Vorstand der Seniorenvereinigung nahm dies zum Anlass, ihm für sein tatkräftiges Engagement zu danken und ein kleines Präsent zu überreichen.

Bericht und Fotos: Seniorenvereinigung Meppen
 Bericht vom 21.12.2025

Ludger Abeln: „Im Herzen bin ich der ländliche Typ“

Bericht im Emsblick Meppen - Heft 71

Der Weg in die Welt der Medien war für Ludger Abeln nicht gerade vorgezeichnet.


Nach dem Abi machte er, ganz nach dem Willen seines Vaters, zunächst eine solide Tischlerlehre. „Das war ja sozusagen um die Ecke bei uns in Bokeloh“, begann der spätere NDR-Moderator seine Ausführungen vor gut 70 Gästen im Hotel Via Plaza in Meppen. Zu diesem „Heimspiel“ hatte die Seniorenvereinigung der Stadt Meppen den „bekanntesten Bokeloher seit Otto Pankow“ eingeladen. Gespannt und aufmerksam, manchmal auch mit heiterem Lachen auf den Lippen lauschten sie Abeln, der seinen Weg von Bokeloh bis zu seiner heutigen Aufgabe als Vorstandsvorsitzender der Caritas  Gemein-schaftsstiftung Osnabrück e. V  lebhaft und in bildreicher Sprache schilderte.

Nach behüteter Jugend, klar war er auch Meẞdiener, und seiner Ausbildung studierte er.  Als Berufsschullehrer für Holz- und Kunststofftechnik landete er in Hannover, rutschte dann in ein Volontariat bei Radio Antenne, wo er es bis zum Studioleiter brachte. Später wechselte er zunächst zu SAT1, dann als Freier Mitarbeiter zum NDR. Dort fand er in den 15 Jahren eine große Bandbreite an Aufgaben. Von der Aktuellen Schaubude über Magazinsendungen bis hin zur „Leuchte des Nordens“ gingen seine Stationen als Moderator und Journalist. Mit einer Vielzahl an Bildern blickte er auf eine Vielzahl von Erlebnissen und Begegnungen zurück: Erlebnisse zwischen Stoppelmarkt und Seenotrettungseinsatz, Begegnungen zwischen Carlo von Tiedemann (ein bisschen chaotisch, aber wirklich nett) und Jan Fedder (Wasser is nich, tu mal gut Gin rein).

Die Suche nach einer Festanstellung führte ihn als Pressesprecher zu VW nach Emden. Diese Funktion beschreibt er nachträglich als Job mit Handschellen hoch 10″. „Ich möchte das hier nicht näher ausführen, aber Sie können sich vielleicht vorstellen, dass zwischen dem, was dort erzählt worden ist und zwischen dem, was tatsächlich passiert ist, manchmal so eine Lücke klaffte. Und Sie stehen natürlich dann als Pressesprecher immer vor der Kamera und dann müssen Sie was erzählen was nicht immer dem entspricht, was Sie gerne sagen würden. Und dann habe ich irgendwann gesagt, das passt nicht so ganz zum Plan, das möchte ich nicht für mich selber.“

Kreative Neigungen musste Abeln zurückstellen. Die habe er aber einsetzen können bei seinen Büchern. Vor allem sein Buch Kurzgeschichten habe ihm viel Freude gemacht. „Die Geschichten habe ich natürlich im Sommer geschrieben“, kommentierte der Medienmann mit leichtem Schmunzeln.

Nachdem er 30 Jahre in Ostfriesland gelebt habe, in Leer und in Wiesmoor, habe es ihn und seine Frau jetzt nach Osnabrück verschlagen. Dort ist Abeln seit 2015 für die Caritas tätig. Seinen Arbeitgeber beschrieb er so: „Die Caritas ist ja, viele wissen es nicht, ein Wohlfahrtsverband, der gerade im Emsland, in dieser Region, sehr stark ist, auch als Wirtschaftsfaktor“. Die Caritas zahlt allein im Emsland pro Jahr eine Milliarde Euro an Gehältern. Sie  beschäftigt über 30.000 Menschen in der Region von der Küste bis nach unten in den Südkreis.  Ob das Kitas sind, ob das Pflegeheime sind, ob das Jugendhilfe ist, da ist richtig was los.“

Zusätzlich zu seiner jetzigen Aufgabe habe er Zeit für freie Arbeit. Aktuell produziert er mit Wilhelm Loth, dem Geschäftsführer der Staatsbad Norderney GmbH, ebenfalls aus Brual und Bruder des ehemaligen Caritas-Direktors Franz Loth, einen monatlichen Podcast mit dem Titel He! Norderney – Tidentalk“. Ebenso gern aber erzählt er aus seinem Leben, wie bei den Meppener Senioren.

Text und Foto: Emsblick Meppen
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