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Seniorenvereinigung der Stadt Meppen e.V.

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Einsamkeit

„Einsamkeit bedeutet, irgendetwas schmerzlich zu vermissen“

Meppen-Bokeloh. Eine großartige Resonanz: Mehr als 130 Seniorinnen und Senioren waren der Einladung der Seniorenvereinigung Meppen und der Telefonseelsorge Emsland gefolgt und sorgten im Dorfgemeinschaftshaus in Meppen-Bokeloh für einen voll besetzten Saal. Begegnung, Austausch und Gemeinschaft prägten den Nachmittag – und das bei einem Thema, das viele Menschen betrifft, über das aber noch immer zu wenig gesprochen wird: Einsamkeit.

Unter dem Titel „Einsamkeit verstehen und gemeinsam überwinden“ referierte Dr. Christoph Hutter, Diplom-Theologe und Diplom-Pädagoge sowie Leiter der Familienberatung im Bistum Osnabrück. Er fand dabei schnell einen einfühlsamen Zugang zu den Zuhörerinnen und Zuhörern.

Wenn das Gleichgewicht kippt
Hutter machte deutlich, dass Einsamkeit etwas anderes sei als vorübergehendes oder gewolltes Alleinsein. Sie könne entstehen, wenn die Balance zwischen dem „Ich“ und dem notwendigen gesellschaftlichen „Wir“ dauerhaft gestört sei. „Einsamkeit isoliert, macht krank und kann letztlich sogar lebensbedrohlich sein“, warnte der Referent. Für das menschliche Gehirn bedeute Einsamkeit, dass etwas schmerzlich vermisst werde. Betroffene würden zunehmend misstrauisch, vermieden Kontakte und Begegnungen und zögen sich immer mehr zurück. Chronische Einsamkeit bedeute für den Körper dauerhaften Stress und könne die seelische und körperliche Gesundheit erheblich beeinträchtigen. Als mögliche Auslöser und verstärkende Faktoren nannte Hutter unterschiedliche nicht gewollte Lebenssituationen. Dazu gehörten etwa die Belastungen durch die Pflege des Partners oder der Partnerin sowie der Verlust des Partners oder der Partnerin. Auch Alleinerziehende, Arbeitslose sowie Menschen mit geringem Einkommen seien häufiger von Einsamkeit betroffen. Das Alter allein sei dagegen kein unmittelbares Risiko. Mit zunehmendem Lebensalter könne die Gefahr von Einsamkeit jedoch insbesondere dann steigen, wenn gesundheitliche Einschränkungen oder Erkrankungen hinzukämen. Bemerkenswert, so stellte der Referent fest, sei der hohe Anteil einsamer Menschen in Pflegeeinrichtungen.

Begegnung als Weg aus der Isolation
Hutter zeigte auch Möglichkeiten auf, Einsamkeit zu überwinden und soziale Kontakte zu stärken. Bei chronischer Erkrankung seien Beratung und Therapie notwendig. Gefragt sei zudem die Politik mit Maßnahmen zur Sensibilisierung und Aufklärung. Ein wichtiger Schlüssel liege in der Schaffung verlässlicher und kreativer Begegnungsangebote. Man müsse sich den einsamen Menschen „in den Weg stellen“. Jeder Einzelne könne etwas beitragen: Kontakte pflegen, auf Nachbarn achten, ein Gespräch beginnen oder neue Gemeinschaftsangebote wahrnehmen. Oft seien es gerade die kleinen, regelmäßigen Begegnungen, die helfen könnten, soziale Isolation zu durchbrechen. Wie unkompliziert solche Begegnungen ermöglicht werden können, zeigte Hutter an einem eindrucksvollen Beispiel für menschliche Nähe aus den Niederlanden. In einigen Einkaufszentren gibt es dort sogenannte „Klön- und Quasselkassen“. Die entsprechend gekennzeichneten Kassen bieten bewusst Raum für ein kurzes Gespräch zwischen Kunden und Kassenpersonal.

Der Vorsitzende der Seniorenvereinigung Meppen, Richard Peters, dankte Hutter für seinen informativen und Mut machenden Vortrag. In Meppen gebe es mit den Angeboten der örtlichen Seniorengruppen sowie vieler Vereine und Organisationen zahlreiche Möglichkeiten, der gesellschaftlichen Individualisierung entgegenzuwirken. Es komme jedoch darauf an, diese Angebote auch wahrzunehmen.

Gemeinschaft, die verbindet
Dass Gemeinschaft nicht nur Thema des Vortrags war, sondern unmittelbar erlebt werden konnte, zeigte sich bei der Unterhaltung bei Kaffee, Kuchen und Schnittchen.

Den feierlichen Abschluss bildete eine ökumenische Andacht mit den Pastoren Gerd Veltmann und Günter Wessendorf. Für die musikalische Begleitung sorgte der Seniorenchor „60plus“ des Dekanats Emsland-Mitte unter der Leitung von Wilfried Hagemann.

Am Ende blieb eine einfache, aber wichtige Botschaft: Einsamkeit kann entgegengewirkt werden, wenn über sie gesprochen wird und Menschen bereit sind, aufeinander zuzugehen und Räume für Begegnung zu schaffen.

Text und Fotos: Seniorenvereinigung Meppen

 

Seniorennachmittag zeigt: Gemeinschaft hält jung

Gerd Gels: „Man ist erst alt, wenn man aufgehört hat, aktiv zu sein“ – Blick auf Gesundheitslotsen im Emsland – Umfangreiches Jahresprogramm

Von Lambert Brand

Meppen (EL) – Musik, Akrobatik, Begegnungen und viele Gespräche: Rund 280 Frauen und Männer sind der Einladung der Seniorenvereinigung der Stadt Meppen zum inzwischen 16. Meppener Seniorennachmittag gefolgt. Im Emslandsaal Kamp erlebten sie ein abwechslungsreiches Programm, bei dem zugleich deutlich wurde, welchen Stellenwert Gemeinschaft und ehrenamtliches Engagement gerade im Alter haben.
Vorsitzender Richard Peters begrüßte die Gäste und zahlreiche Vertreter aus Politik, Verwaltung und Seniorenarbeit. Dazu gehörten unter anderem die Landtagsabgeordnete Andrea Kötter, der stellvertretende Landrat Hubert Kruse, Sozialdezernentin Sigrid Kraujuttis und Fachbereichsleiter Wilfried Ripperda vom Landkreis Emsland. Für die Stadt Meppen waren der stellvertretende Bürgermeister Gerd Gels, Erster Stadtrat Matthias Funke und Fachbereichsleiter Andreas Pothen vertreten. Erstmals nahm auch Harald Sommerfeld, Vorsitzender
des Landesseniorenrates Niedersachsen, teil. Mit dabei war zudem Annegret Lüken vom Kreisseniorenbeirat Emsland.
Andrea Kötter hob in ihrem Grußwort die Bedeutung der Seniorenvereinigung und ihrer Veranstaltungen hervor. Sie böten Möglichkeiten, miteinander in Kontakt zu kommen, Geselligkeit zu erleben und damit auch Vereinsamung entgegenzuwirken. Kötter bezeichnete eine solche Gemeinschaft als „sorgende Gemeinschaft“ und als ein Zukunftsmodell.
Sigrid Kraujuttis lobte die Seniorennachmittage als „wunderbare Tradition“. Ebenso habe das umfangreiche Jahresprogramm der Seniorenvereinigung einen hohen Stellenwert. Stadt und Landkreis unterstützten über ihre Pflichtaufgaben hinaus ehrenamtliches Engagement. Kraujuttis verwies in diesem Zusammenhang auch auf das neue Projekt „Emsland Care“ mit Gesundheitslotsen in den Städten und Samtgemeinden, das nach Angaben der Stadt Meppen bereits auf gute Resonanz stoße. (Siehe unten stehende Spalte)
Der stellvertretende Bürgermeister Gerd Gels dankte den vielen Senioreneinrichtungen, die sich ehrenamtlich engagieren, und ausdrücklich auch dem Vorstand der Seniorenvereinigung für sein interessantes Jahresprogramm. „Man ist erst alt, wenn man aufgehört hat, aktiv zu sein“, gab er den Gästen mit auf den Weg. Aus seiner Tätigkeit in der Telefonseelsorge berichtete Gels zugleich von Menschen, die von Ängsten geplagt seien und Hilfe benötigten. Erschreckend sei, dass darunter auch viele junge Menschen mit Zukunftsängsten seien. Beeindruckt von der großen Besucherzahl zeigte sich Harald Sommerfeld. Der Vorsitzende des Landesseniorenrates Niedersachsen freute sich darüber, wie viele Menschen der Einladung zum Seniorennachmittag gefolgt waren.                                                                            Dass Seniorenarbeit in Meppen wesentlich vom Ehrenamt getragen wird, machte auch eine besondere Ehrung deutlich. Die stellvertretende Vorsitzende Christel Kemper würdigte die Seniorengruppe der
katholischen Kirchengemeinde Rühle und insbesondere Josef Lünnemann. Die Kirchengemeinde gehört seit 1991 der Seniorenvereinigung an. Seit 2008 leitete Lünnemann gemeinsam mit Hedwig Rojer und Rudi Muke die Seniorengruppe. Kemper dankte für das langjährige Engagement und die gute Zusammenarbeit.
Für beste Unterhaltung sorgte anschließend ein Programm, das mehrere Generationen zusammenführte. Einen starken Auftritt hatte die erst 17-jährige Lotta Gruber aus Meppen-Schwefingen mit den Liedern „At Last“ von Etta James und „Je veux“ von ZAZ. „Sowohl gesanglich als auch in der Darstellung überzeugte die junge Künstlerin auf ganzer Linie. Ihren Beitrag honorierte das Publikum mit großem Applaus.“ Maritimes Flair brachte der Shantychor Geeste in den Saal. Bereits vor zehn Jahren war der Chor beim Meppener Seniorennachmittag zu Gast. Unter der Moderation von Peter Ludewig erklangen stimmungsvolle Shantys, Seemannslieder und bekannte Schlager, die mit viel Beifall bedacht wurden.
Zu einem weiteren Höhepunkt wurde der Auftritt von mehr als 30 Cheerleaderinnen des TV Meppen. Mit Tanz, Akrobatik und eindrucksvollen Choreografien sorgten die jungen Sportlerinnen immer wieder für Staunen und begeisterten Applaus. Damit setzte die Seniorenvereinigung bewusst ihren generationenübergreifenden Ansatz fort.
Doch nicht allein das Bühnenprogramm machte den Nachmittag aus. Bei Kaffee und Kuchen nutzten die Besucher ausgiebig die Gelegenheit zu Gesprächen, zum Wiedersehen und zum Austausch. Damit wurde praktisch erlebbar, was zuvor in den Grußworten mehrfach angeklungen war: Gemeinschaft, Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe sind wesentliche Voraussetzungen dafür, auch im Alter aktiv zu bleiben.
Die Seniorenvereinigung kann inzwischen auf 35 Jahre Seniorenarbeit in Meppen zurückblicken, wie Vorsitzender Peters betonte. Ihr Anspruch bleibt dabei unverändert: Dazu beizutragen, dass Meppen eine Stadt ist, in der man nicht nur gut leben, sondern auch gut älter werden kann – in Gemeinschaft und mit Lebensqualität.

 

Altes Handwerk weckt Erinnerungen an Kindheit und Jugend

Tagesfahrt der Seniorenvereinigung Meppen nach Ootmarsum

Pressemitteilung

Herrliches Sommerwetter, 60 gut gelaunte Teilnehmerinnen und Teilnehmer und ein interessantes Ziel vor Augen – beste Voraussetzungen für einen gelungenen Ausflug. Die Tagesfahrt der Seniorenvereinigung Meppen führte diesmal ins niederländische Ootmarsum. Malerische Straßen, zahlreiche Galerien und Ateliers sowie der besondere Charme der Stadt luden zum Entdecken ein.

Beim Bummel durch Ootmarsum gab es viel zu sehen und zu erleben. Kunst und Handwerk prägen das Stadtbild, und in einem Café oder Restaurant bot sich Gelegenheit für eine kleine Pause. Pannenkoeken, Appelgebak oder Krentenweggen sorgten dabei für eine schmackhafte Stärkung.

Besonders gespannt war die Gruppe auf das Openluchtmuseum. Die Anlage wurde weitgehend durch ehrenamtliches Engagement aufgebaut und wird auch heute von Freiwilligen mit großem persönlichem Einsatz lebendig gehalten. In drei Gruppen ging es durch die verschiedenen Ausstellungsbereiche des Freilichtmuseums. Hier wurde anschaulich erklärt, wie Handwerk und ländliches Leben früher aussahen. Besichtigt wurden unter anderem die Ausstellungsräume der ehemaligen Wäscherei, der Schmiede und des Holzschuhmachers. Alte Werkzeuge, Arbeitsgeräte und weitere Ausstellungsstücke vermittelten einen Eindruck vom damaligen Leben. Vieles, was heute selbstverständlich ist, musste einst noch mit den eigenen Händen hergestellt, gepflegt und repariert werden. Immer wieder hörte man aus der Gruppe „Das kenne ich noch!“ oder „So etwas hatten wir früher auch.“ Die ausgestellten Gegenstände und die Einblicke in den früheren Alltag weckten bei vielen Erinnerungen an die eigene Kindheit und Jugend. Was längst vergessen schien, wurde plötzlich wieder lebendig. Der Museumsbesuch wurde so für viele zu einer ganz persönlichen Reise in die eigene Lebensgeschichte.

Nach den vielen Eindrücken aus Ootmarsum ging die Fahrt weiter zum Stiftscafé Wietmarschen. Im schattigen Garten ließ man den Tag bei Kaffee und Kuchen gemütlich ausklingen. Es wurde erzählt und manche Erinnerung ausgetauscht.

Text und Fotos: Seniorenvereinigung Meppen

Spende der Emsländischen Volksbank eG

Willkommene Unterstützung für die Arbeit der Seniorenvereinigung

Die Emsländische Volksbank e.G. unterstützt auch in 2026 aus den Reinerträgen der Gewinnspargemeinschaft soziale und gemeinnützige Einrichtungen in der Region.

Für eine solche Förderung hatte die Seniorenvereinigung einen entsprechenden Antrag gestellt, dem erfreulicherweise mit der Zusage eines Zuschusses entsprochen wurde.

Heute konnte die Seniorenvereinigung der Stadt Meppen e.V. aus den Händen des Filialleiters der Emsländischen Volksbank in Meppen, Herrn Michael Schmidt einen Spendenscheck in Höhe von 800,00€ in Empfang nehmen.

Wir freuen uns sehr und sagen herzlich danke.

Foto: Emsländische Volksbank

Meppens Ältere im Fokus

Seit 35 Jahren ist die Seniorenvereinigung nun in Meppen

Lambert Brand

Meppen (EL) – Mit einer Feierstunde im Saal Kamp hat die Seniorenvereinigung Meppen ihr 35-jähriges Bestehen gefeiert. Vorsitzender Richard Peters begrüßte dazu mehr als 200 Gäste und wies auf das langjährige ehrenamtliche Engagement der Vereinigung für ältere Menschen in der Stadt Meppen hin. Sie stehe seit ihrer Gründung für Beständigkeit, Gemeinschaft und den Einsatz für die Interessen älterer Menschen.

Besonders begrüßte der Vorsitzende den nordrhein-west-fälischen Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Karl-Josef Laumann. Beim Rückblick wurde auf das vorausschauende Engagement des ersten Vorsitzenden der Seniorenvereinigung Meppen, dem ehemaligen Stadtdirektor der früher selbstständigen Kreisstadt Aschendorf, Hans Altmeppen Többen hingewiesen. Er erkannte früh den Bedarf in Meppen an seniorengerechtem Wohnraum und entwickelte gemeinsam mit der Stadtverwaltung ein Wohn-und Betreuungskonzept, das seinerzeit als „Meppener Modell“ bundesweit Beachtung fand. Weitere Informationen über die Geschichte und die Arbeit der Vereinigung finden sich auf www.seniorenvereinigung-meppen.de.

Zugleich verwies Peters auf die heutigen Herausforderungen für ältere Menschen. Der demografische Wandel, die steigende Zahl pflegebedürftiger Menschen, der Fachkräftemangel in der Pflege sowie fehlender bezahlbarer Wohnraum im Alter seien große gesellschaftliche Probleme, die Lösungen erforderten. Pflege könne zudem immer seltener allein innerhalb der Familie geleistet werden. Politik und Verwaltung müssten deshalb gemeinsam Lösungen entwickeln, damit auch künftig Sicherheit, Teilhabe und auch Zuversicht gewährleistet bleiben.

Die Sozialdezernentin des Landkreises Emsland, Sigrid Kraujuttis, würdigte in ihrem Grußwort die wertvolle Arbeit der Seniorenvereinigung. Auch ehrenamtlich sei bereits vieles auf den Weg gebracht worden. Angesichts des demografischen Wandels brauche es eine „sorgende Gemeinschaft“, für deren Ausbau alles getan werden müsse. Weiter betonte sie, dass im Emsland bereits zahlreiche positive Entwicklungen sichtbar seien. Auch Meppens Bürgermeister Helmut Knurbein gratulierte der Seniorenvereinigung zum Jubiläum. Er hob hervor, dass der Verein mit seinen vielfältigen Angeboten einen wichtigen Beitrag für das gesellschaftliche Leben in Meppen leiste und dankte für die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Richard Peters betonte, dass man von der Stadt Meppen große ideelle und finanzielle Unterstützung erfahre.

Für die eine gelungene musikalische Unterhaltung sorgte die Gruppe „Die Spätzünder“, die seit vielen Jahren ehrenamtlich in Pflegeheimen und sozialen Einrichtungen auftritt und mit ihren Engagement vielen Menschen Freude bereitet.

35 Jahre Seniorenvereinigung der Stadt Meppen

"Sozialstaat braucht Zusammenhalt und Verantwortung" Karl-Josef Laumann spricht in Meppen über Wirtschaft, Pflege und Demokratie

Von Lambert Brand

Meppen (EL) – Mit viel Humor, persönlichen Geschichten und klaren politischen Botschaften hat Karl-Josef Laumann die rund 200 Gäste bei der Jubiläumsveranstaltung zum 35-jährigen Bestehen der
Seniorenvereinigung Meppen im Saal Kamp begeistert. Sein Vortrag zum Thema „Sozialstaat der Zukunft“ wurde von zustimmendem Applaus begleitet.

 

Laumann machte gleich zu Beginn deutlich, wie wichtig ehrenamtliches Engagement und gesellschaftlicher Zusammenhalt seien. Meppens Bürgermeister könne dankbar sein, eine so aktive Seniorenvereinigung in seiner Stadt zu haben. „Dinge selbst in die Hand zu nehmen und zu handeln, das zeichnet auch das Emsland aus“, betonte der Minister. Gerade im Alter sei es wichtig, in Bewegung zu bleiben, soziale Kontakte zu pflegen und etwas gegen Einsamkeit zu tun. Politik allein könne viele Probleme nicht lösen.
Deshalb brauche es Vereine und Gemeinschaften wie die Seniorenvereinigung, in denen Menschen füreinander da seien.

Mit Blick auf die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung äußerte sich Laumann nachdenklich. Deutschland habe über viele Jahrzehnte Frieden, Stabilität und Wohlstand erlebt. „Jeder von uns kann dankbar sein, diese Zeit der Geschichte erlebt zu haben“, sagte er. Gleichzeitig wachse aber die gesellschaftliche Spaltung. Besonders Sorgen bereitete ihm zunehmende politische Radikalisierungen und die Gefahr, dass Demokratie und Freiheit nicht mehr selbstverständlich angesehen würden.

 

Auch wirtschaftspolitisch fand der Minister deutliche Worte. Deutschland befinde sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage, wobei die Lohnstückkosten und insbesondere die hohen Energiekosten eine wichtige Rolle spielten. Deshalb sprach sich Laumann dafür aus, flexible Gaskraftwerke als Ergänzung zu erneuerbaren Energien einzusetzen, wenn Wind- und Sonnenenergie nicht ausreichend verfügbar sei. Mit einem kleinen Seitenhieb auf die Bundesregierung sagte Laumann, manche Probleme könnten in Berlin „geschickter angepackt” werden, um Deutschland wieder wettbewerbsfähiger zu machen.

Dabei sprach der aus Riesenbeck stammende Minister auch über seinen eigenen Lebensweg. Nach der Volksschule absolvierte er eine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker und arbeitete mehrere Jahre in diesem Beruf, bevor er in die Politik wechselte. Unter großem Gelächter bekannte er: „Ein schöner Trecker ist mir immer noch lieber als ein schönes Auto.“ Zugleich unterstrich er die Bedeutung von Handwerk und Produktion für die deutsche Wirtschaft. Die Beschäftigten in Industrie und Mittelstand stünden täglich im internationalen Wettbewerb und müssten wettbewerbsfähigere Bedingungen vorfinden. Nach Ansicht Laumanns müssten deshalb auch die sogenannten Lohnstückkosten sinken.

Laumann verwies darauf, dass ein erheblicher Teil der Beschäftigten in Deutschland im öffentlichen Dienst arbeite und damit weniger Risiken ausgesetzt seien als Arbeitnehmer in der produzierenden Wirtschaft. Zudem seien die Belastungen durch Sozialversicherungsbeiträge inzwischen sehr hoch. Eine Lanze brach der Minister ausdrücklich für die Gewerkschaften. Diese hätten in wirtschaftlich schwierigen Zeiten oftmals verantwortungsvoll gehandelt. „Noch keine Firma ist an zu hohen Löhnen pleite gegangen“, sagte Laumann.

Breiten Raum nahm auch das Thema Gesundheitsversorgung ein. Die Krankenhauslandschaft müsse reformiert werden, betonte der Minister. Nicht jedes Krankenhaus könne künftig sämtliche Leistungen anbieten, allerdings müsse auch auf dem Land eine Grundversorgung verbleiben. Die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums nannte Laumann „weitgehend gut”. Laumann warnte davor, bereits im Vorfeld die notwendige Strukturreformen schlechtzureden. Viele Kliniken seien finanziell stark belastet und am Ende. Als gelungenes zukunftsweisendes Beispiel nannte Laumann die Zusammenarbeit und Aufgabenverteilung der Krankenhäuser in Meppen und Lingen nach der Zusammenlegung.

Besonders wichtig ist Laumann eine gute medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Deshalb habe Nordrhein-Westfalen eine sogenannte Landarztquote eingeführt. Ein Teil der Studienplätze für Medizin würde nur an Bewerber vergeben, die sich verpflichteten, später auf dem Land zu arbeiten. Da die Ausbildung jedoch viele Jahre dauere, seien die Auswirkungen erst später sichtbar. Um Ärzte für die Tätigkeit in ländlichen Gebieten zu motivieren, müssten sie vor Ort eine gute Infrastruktur wie zum Beispiel Ärztehäuser vorfinden. Wichtig seien zudem eine bessere Digitalisierung des Gesundheitswesens sowie eine gezieltere Patientensteuerung, um lange Wartezeiten bei Fachärzten zu vermeiden. Nicht jedes gesundheitliche Problem müsse sofort im Krankenhaus behandelt werden. Gleichzeitig müsse die ambulante Versorgung deutlich gestärkt werden.

Auch die Zukunft der Renten- und Pflegeversicherung sprach Laumann offen an. Angesichts von 46 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und rund 26 Millionen Rentnern müsse darüber gesprochen werden, wie das System langfristig finanzierbar bleibe. Der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering habe mit der Einführung der Rente mit 67 eine richtige Entscheidung forciert. Nach Laumanns Meinung dürfen Rentenkürzungen kein Thema sein. Denkbar sei jedoch, Menschen freiwillig länger arbeiten zu lassen, wenn Gesundheit und Beruf dies zuließen.

Mit Blick auf die Pflege verwies Laumann darauf, dass die Pflegeversicherung heute eine wichtige Stütze des Sozialstaates sei. Rund 85 Prozent der Pilegebedürftigen lebten nicht im Heim, viele würden zu Hause versorgt. Deshalb müsse auch die häusliche Pflege stärker unterstützt werden.

Zum Abschluss appellierte der Minister an Politik und Gesellschaft, wieder stärker das Gemeinwohl in den Mittelpunkt zu stellen. Kompromissbereitschaft sei keine Schwäche, sondern eine Stärke der Demokratie. In Nordrhein-Westfalen arbeite man trotz unterschiedlicher Positionen konstruktiv in der schwarz-grünen Koalition zusammen. „Davon kann man sich in Berlin noch was abgucken”, sagte Laumann schmunzelnd.

In der anschließenden Diskussion unterstützte der ehemalige Lingener Oberbürgermeister und Staatssekretär Heiner Pott viele Aussagen des Ministers. Besonders hob er hervor, dass Deutschland auch künftig auf gut ausgebildete ausländische Pflegekräfte angewiesen sei. Der Vortrag Laumanns wurde von den Gästen mit langanhaltendem Beifall aufgenommen.

Festveranstaltung anlässlich des 35-jährigen Bestehens der Seniorenvereinigung Meppen.

Mit Stolz und Dankbarkeit blicken wir auf 35 Jahre Seniorenarbeit zurück. Zugleich bleibt es unsere gemeinsame Aufgabe, dafür einzutreten, dass unsere Stadt ein Ort bleibt, an dem man nicht nur gut lebt, sondern auch gut älter wird – in Würde, Gemeinschaft und mit Lebensqualität.

Hier ein paar Impressionen von unserer Jubiläumsveranstaltung

Schlössertour im Münsterland

Pressemitteilung

Seniorenvereinigung Meppen auf erlebnisreicher Schlössertour


Meppen. Die Vorfreude war groß, als sich 60 Seniorinnen und Senioren auf Einladung der Seniorenvereinigung Meppen zu einer Tagesfahrt ins Münsterland aufmachten.

Auf dem Programm standen mit Schloss Nordkirchen und Burg Vischering zwei der eindrucksvollsten historischen Bauwerke der Region. Hier gab es Informationen zur Geschichte und Architektur der historischen Gebäude. So erfuhren die Seniorinnen und Senioren, dass das imposante Schloss Nordkirchen aufgrund seiner prachtvollen barocken Bauweise auch als „Westfälisches Versailles“ bezeichnet wird. Besonders beeindruckt zeigten sich die Teilnehmenden bei einem Rundgang von der rund 170 Hektar großen Parkanlage und den harmonisch angelegten Gärten. Das im 18. Jahrhundert errichtete Schloss zählt zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten des Münsterlandes und wurde von der UNESCO als „Gesamtkunstwerk von internationalem Rang“ gewürdigt.
Ein Teil der Gebäude dient heute als NRW-Hochschule für Finanzen sowie als Ausbildungsstätte für den Nachwuchs der Finanzverwaltung.

Zur Mittagszeit kehrte die Reisegruppe im Clemens-August-Restaurant in Ascheberg ein, wo eine leckere Suppe für eine willkommene Stärkung sorgte.

Am Nachmittag ging die Fahrt weiter zur Burg Vischering am Rand von Lüdinghausen. Die eindrucksvolle Wasserburg wurde im 13. Jahrhundert vom Bischof von Münster als wehrhafte Anlage errichtet und hat ihren mittelalterlichen Charakter bis heute bewahrt. Während einer fachkundigen Führung erfuhren die Teilnehmenden viel Wissenswertes über das Leben auf einer Burg im Mittelalter. Erläutert wurden unter anderem die Funktionen von Gräften, Zugbrücken und Wehrmauern zur Verteidigung sowie die Bedeutung der Burg als Wohnsitz, Verwaltungs- und Versorgungszentrum.

Auch die enge Verbindung zwischen Kirche und weltlicher Herrschaft wurde anschaulich dargestellt. Bis heute befindet sich die Burg im Besitz der Familie Droste zu Vischering.

Den Abschluss des Tages bildete ein Besuch im Hofcafé Grothues-Potthoff in Senden. In geselliger Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen ließ die Gruppe die zahlreichen Eindrücke Revue passieren. Viele nutzten zudem die Gelegenheit, regionale Spezialitäten im angeschlossenen Hofladen zu entdecken und zu erwerben, bevor die Reisegruppe mit vielen neuen Impressionen die Rückfahrt nach Meppen antrat.

Text und Foto: Seniorenvereinigung Meppen

Palliativ- und Hospizversorgung im Landkreis Emsland

Ambulant vor stationär       

So funktioniert das Palliativ-Netzwerk im Landkreis Emsland

Von Lambert Brand

Meppen (EL) – „Palliativ! Nicht nur am Ende dabei!” – unter diesem prägnanten Leitsatz hat die Seniorenvereinigung Meppen das hochsensible Thema der Begleitung am Lebensende in den Fokus gerückt. Das außerordentlich große Interesse von mehr als 150 Gästen bewies eindrucksvoll, wie stark die Frage nach einer würdevollen und ganzheitlichen Betreuung die Menschen in der Region bewegt. Zwei ausgewiesene Expertinnen aus Lingen und Sögel zeigten auf, wie das engmaschige Netzwerk der Palliativversorgung im Landkreis Emsland funktioniert und warum eine gute Begleitung schon lange vor den letzten Tagen beginnt.

Der Vorsitzende der Seniorenvereinigung, Richard Peters, unterstrich in seiner Begrüßung die hohe Aktualität: Die Frage, wie Menschen am Lebensende würdevoll begleitet werden können, betreffe immer mehr Familien. Die Referentinnen Dr. med. Nicole Wollweber, ärztliche Leiterin der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) am Bonifatius Hospital in Lingen sowie Ilona Konken, Koordinatorin beim Palliativstützpunkt beziehungsweise ambulanten Palliativdienst am Hümmling-Hospital Sögel, stellten in den Mittelpunkt der Veranstaltung die Frage, was Palliativversorgung bedeutet und welche Leistungen sie umfasst. Unter dem Leitsatz „Palliativ! Nicht nur am Ende dabei!“  wurde deutlich, dass Palliativmedizin weit über die reine Sterbebegleitung hinausgeht. Sie setzt bereits früh im Krankheitsverlauf ein – nämlich dann, wenn eine Erkrankung nicht mehr heilbar ist, aber weiterhin behandelt und begleitet werden kann. Ziel der Palliativversorgung ist es, die Lebensqualität schwerkranker Menschen zu verbessern. Dabei steht nicht die Heilung im Vordergrund, sondern die Linderung belastender Symptome sowie die ganzheitliche Betreuung. Dazu gehört insbesondere die Behandlung  von Schmerzen, Atemnot, Übelkeit oder Angst.Gleichzeitig werden auch psychische, soziale und spirituelle Bedürfnisse berücksichtigt. Darüber hinaus beinhaltet die Palliativarbeit eine Vielzahl weiterer Leistungen. Dazu zählen unter anderem die Sicherstellung komplexer Versorgungsformen wie Medikamentenpumpen oder Portversorgungen, präventives Krisenmanagement sowie ergänzen-
de Therapieangebote wie Gesprächstherapie, Aromapflege, Entspannungstechniken oder Physiotherapie. Ebenso wichtig sind die seelsorgerische Begleitung und die Unterstützung im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer.

Betreuung durch Palliative Care Fachkräfte: Ein zentrales Element ist die multiprofessionelle Zusammenarbeit. Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Sozialarbeit, Seelsorge sowie ehrenamtliche Helfer arbeiten eng zusammen, um eine umfassende Betreuung zu gewährleisten. Dabei steht stets der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen im Mittelpunkt. Die Palliativversorgung versteht sich als ganzheitlicher Ansatz, der sowohl die Betroffenen als auch deren Angehörige einbezieht. Die Referentinnen stellten die Palliativstationen im Verbund der St. Bonifatius Hospitalgesellschaft vor. Sowohl Hümmling Hospital in Sögel (Seit 2007) im Bonifatius Hospital, Lingen sind (seit 2019) stehen jeweils fünf Betten in eigenen Stationen zur Verfügung, die von Palliativen Care Fachkräften betreut werden.

Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung der SAPV, als ambulanten Palliativversorgung. Diese ermöglicht es, Patientinnen und Patienten in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung zu betreuen. Ziel ist es, ein möglichst selbstbestimmtes Leben bis zuletzt zu ermöglichen. Die medizinische Betreuung bleibt dabei in den Händen der Haus- oder Fachärzte, während spezialisierte Palliativdienste unterstützend tätig werden. Voraussetzung ist eine ärztliche Verordnung, die Leistungen können über die gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden. Hinsichtlich der Kostenübernahme durch privat Versicherte bestehe Klärungsbedarf mit der Krankenkasse. Zudem steht
ein „Rund-um-die-Uhr”-Bereitschaftsdienst für Not- und Krisensituationen zur Verfügung.

Funktionierende Netzwerke: Im Landkreis Emsland zeigt sich, wie wichtig funktionierende Netzwerke sind. Ambulante Dienste, Krankenhäuser, Hospize und weitere Einrichtungen arbeiten eng zusammen, um eine kontinuierliche und bedarfsgerechte Versorgung sicherzustellen. Auch spezialisierte Angebote für Kinder und Jugendliche sind Teil der Struktur, um den besonderen Bedürfnissen junger Patientinnen und Patienten gerecht zu werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Begleitung der Angehörigen. Sie werden nicht nur entlastet, sondern auch beraten und emotional unterstützt-sowohl während der Erkrankung als auch in der Trauerphase. Damit wird deutlich, dass Palliativversorgung immer das gesamte soziale Umfeld im Blick hat.

Neben der ambulanten Palliativversorgung wurde im Rahmen der Veranstaltung auch die Bedeutung der überwiegend ehrenamtlichen Arbeit der Hospizvereine und des stationärer Hospiz St. Veronika in Thuine mit acht Betten hervorgehoben als spezialisierte Pflegeeinrichtungen für schwerstkranke und sterbende Menschen, die nicht mehr zu Hause versorgt werden können. Die Referentinnen machten deutlich: Stationäre Hospize sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Versorgungskette im Emsland. Es sei wichtig im Emsland ein leistungsfähiges Hospiz mit mindestens 12 Betten zu unterhalten. Dabei sollte die geografische Lage von Bedeutung sein.

Menschen nicht allein lassen: Die große Resonanz der Veranstaltung machte laut Richard Peters deutlich, wie relevant dieses Thema für die Gesellschaft ist. Palliativversorgung bedeutet, Menschen in einer besonders sensiblen Lebensphase nicht allein zu lassen, sondern ihnen mit medlizinischer Kompetenz, menschlicher Nähe und umfassender
Unterstützung zur Seite zu stehen. Oder, wie es die Begründerin der modernen Hospizbewegung, Cicely Saunders, treffend formulierte: Nicht dem Leben mehr Tage geben, sondern den Tagen mehr Leben.

Wege gegen Ärztemangel

Weiterbildungsgesellschaft soll Nachwuchs binden

Von Lambert Brand

Meppen (EL) – Im Rahmen der Veranstaltung der Seniorenvereinigung Meppen stellte Dr. Sigrid Kraujuttis, Dezernentin für Gesundheit und Soziales beim Landkreis Emsland, die zentralen Handlungsfelder der Gesundheitsregion Emsland sowie die Vielfalt der Pflegelandschaft vor. Es wurde deutlich, wie breit und differenziert die Angebote im Emsland bereits aufgestellt sind. Der Landkreis Emsland nimmt bei landesweiten Modellprojekten im Gesundheitsbereich eine Vorreiterrolle ein, betonte Vorsitzender der Seniorenvereinigung Richard Peters einleitend in das Thema.

Ein zentrales Anliegen sei es, die ärztlich-medizinische Versorgung, Pflege und Prävention kontinuierlich weiterzuentwickeln und insbesondere wohnortnahe Angebote zu stärken, betonte Dezernentin Kraujuttis, die von Beginn an bei der Projektentwicklung mitgewirkt hat und die Handlungsfelder erklärte. Die Arbeit der eingerichteten Gesundheitsregion Emsland eine wichtige koordinierende Rolle, um verschiedene Akteure miteinander zu vernetzen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln, betonte Kraujuttis.

Vielfältige Pflegelandschaft und Wohnformen: Die vorgestellte Pflegelandschaft umfasst zahlreiche Bereiche. Im Fokus stehen unterschiedliche Wohnformen wie barrierefreie Wohnungen, ambulant betreute Wohneinheiten oder Senioren-Wohngemeinschaften. Ergänzt werden diese durch Beratungsangebote, etwa durch Pflegestützpunkte, Demenz-Servicezentren oder ehrenamtliche Wohnberatung.
Auch freiwilliges Engagement spielt eine große Rolle, beispielsweise durch Seniorenbegleitungen oder Freiwilligenagenturen und vieles mehr.
„Erstes Ziel für die Senioren ist natürlich, so lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben zu können“, sagte Kraujuttis. Professionelle Pflege und neue Projekte: Darüber hinaus beleuchtete die Referentin die professionelle Pflege. Diese reicht von ambulanten Diensten über teilstationäre Angebote bis hin zur stationären Versorgung. Auch die medizinische Infrastruktur ist breit aufgestellt: Neben Krankenhäusern und Reha-Kliniken gehören Haus- und Fachärzte, Apotheken sowie spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) und die Hospizarbeit zum Netzwerk. Qualifizierung und Weiterbildung der Ehrenamtlichen ist dabei von großer Bedeutung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vernetzung und Qualifizierung der Beteiligten. Pflegekonferenzen, Pflegetische sowie Fortbildungsangebote sollen die Zusammenarbeit stärken und die Qualität der Versorgung sichern.

Zurzeit wird bei den Kommunen das Projekt „Emsland-Care“ eingeführt. Dabei erhalten die Bürger niedrigschwellige Unterstützung bei Fragen zu psychosozialen Belastungen, Pflege, Demenz oder ähnlichen Themen – ohne lange Wartezeiten. Ziel sei es unter anderem, auch Hausarztpraxen zu entlasten.

Sicherung der medizinischen Versorgung in der Zukunft: Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Sicherung der medizinischen Versorgung in der Zukunft. Hier spielt die Weiterbildungsgesellschaft „Meilenstein“ eine entscheidende Rolle. Sie wurde ins Leben gerufen, um gezielt dem Ärztemangel entgegenzuwirken und junge Medizinerinnen und Mediziner für die Region zu gewinnen. Durch strukturierte Weiterbildungsprogramme, enge Begleitung und attraktive Rahmenbedingungen sollen Nachwuchskräfte frühzeitig an das Emsland gebunden werden. Gleichzeitig stärkt das Projekt die Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten und trägt so zur langfristigen Stabilität der Versorgung bei.

Deutlich wurde in dem Vortrag: Die Gesundheitsregion Emsland ist vielseitig, gut strukturiert und auf zukünftige Herausforderungen ausgerichtet. Ziel bleibt es, allen Bürgerinnen und Bürgern, insbesondere den Hilfs- und Pflegebedürftigen sowie deren Angehörigen, eine verlässliche, wohnortnahe und qualitativ hochwertige Versorgung zu ermöglichen.

Drei Säulen für ein ganzes Berufsleben

Wie der Campus Ludmillenstift in Meppen dem Fachkräftemangel im Emsland begegnet

Von Lambert Brand
Meppen (EL) Helle und freundliche Räume, modernste digitale Lernmöglichkeiten und eine klare Vision für die Zukunft der Gesundheitsberufe: Wer den neuen Campus des Ludmillenstifts betritt, spürt sofort, dass hier mehr passiert als reine Wissensvermittlung. Mit einem Investitionsvolumen von rund zehn Millionen Euro ist in Meppen ein Bildungszentrum entstanden, das Tradition und hochmoderne Praxisorientierung eindrucksvoll miteinander verbindet.

Konsequent ausgerichtet auf lebenslanges Lernen, ruht das Bildungsverständnis des Campus auf drei starken Säulen: der Ausbildung, der Fortbildung und der Weiterbildung. Wie Campusleiterin Kathrin Andrees und ihre Stellvertreterin Nadine Reißig betonen, versteht sich die Einrichtung als eine tragende Säule der Gesundheitsbildung in der gesamten Region. Die klare Haltung des Hauses spiegelt sich im einprägsamen Leitbild wider: „Menschlichkeit. Unser Kompass. Bildung. Unser Weg. Praxis. Unser Ziel.“

Erste Säule: Ein starkes Fundament aus Tradition und Perspektive: Die Wurzeln des Bildungsstandortes reichen tief. Bereits 1958 wurde die staatlich anerkannte Krankenpflegeschule gegründet, zehn Jahre später, 1968, folgte die Kinderkrankenpflegeschule. Auf diesem historischen Fundament baut heute ein hochmodernes Angebot auf.
Das Herzstück der ersten Säule bilden die dreijährigen Ausbildungsgänge in der Pflege und in der Physiotherapie. Jedes Jahr schließen hier rund 50 Pflegefachfrauen und -männer sowie etwa 25 Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten erfolgreich ab. Ergänzt wird das klassische Modell durch zukunftsweisende duale und kooperative Studienwege: Dazu zählen die vierjährige duale Pflegeausbildung in enger Kooperation mit der Hochschule Osnabrück (Standort Lingen) sowie ein ausbildungsintegriertes Studium, das Physiotherapie, Motologie und Ergotherapie in Zusammenarbeit mit der Hochschule Emden vereint. Hinzu kommen zahlreiche Praxisanleiterinnen und -anleiter.

Getragen wird diese Vielfalt von einem interdisziplinären Team aus rund 22 Lehrkräften in Voll- und Teilzeit. Der Qualifikationsmix ist enorm: Pflegefachpersonen, Physiotherapeuten, Notfallsanitäter und Heilerziehungspfleger bringen ihre Expertise ein. Viele von ihnen verfügen über akademische Abschlüsse (Bachelor, Diplom oder Master). Dabei geht das Aufgabenfeld weit über den klassischen  Unterricht als Kernkompetenz hinaus. Auch Praxisbegleitungen, Netzwerkarbeit, die stetige Digitalisierung sowie die Präsenz auf Job- und Ausbildungsbörsen gehören zum Alltag der Lehrenden.

Zweite und dritte Säule: Lebenslanges Lernen und Spezialisierung: Um dem medizinischen Fortschritt und den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, setzen die zweite und dritte Säule auf kontinuierliche Qualifizierung. Das Portfolio umfasst Praxisanleiterkurse sowie die anspruchsvolle, zweijährige und berufsbegleitende Weiterbildung zur Fachkraft für Intensiv- und Anästhesiepflege. Für das Jahr 2026 hat sich der Campus noch breiter aufgestellt. Geplant sind unter anderem: Eine umfangreiche 300-stündige Weiterbildung für die Praxisanleitung, fach- spezifische Fortbildungen in der Neurologie, Manuellen Therapie und Manuellen Lymphdrainage, Schulungen zur „Salutogenen Kommunikation“ (ein ressourcenorientierter Ansatz zur Gesundheitsförderung), Kurse in Aromapflege und Seminare zur multiprofessionellen Handlungssicherheit im sensiblen Umgang mit sterbenden Patientinnen und Patienten, der Ausbau wertvoller Kooperationen, unter anderem mit dem Vitus-Werk.

Internationale Talente und zukunftsweisende Lernorte: Ein weiterer zentraler Baustein gegen den Fachkräftemangel ist die internationale Gewinnung von Auszubildenden. Das Interesse ist riesig: Pro Ausbildungsbeginn verzeichnet der Campus rund 200 Anfragen aus dem Ausland. Für ausgewählte Kandidatinnen und Kandidaten – aktuell unter anderem aus Kenia hat das Team einen strukturierten Onboarding Prozess etabliert. Unter der Leitung von Birgit Waldheim werden die angehenden Fachkräfte bei der Sprachqualifikation, der Wohnsituation und der gesellschaftlichen Integration engmaschig begleitet.
Auch räumlich und didaktisch geht der Campus neue Wege. Praxisnahe Übungsbereiche bereiten die Auszubildenden auf den echten Klinikalltag vor. Ein besonderes Highlight der künftigen Entwicklung ist das noch in der Fertigstellung befindliche sogenannte „Skills-Lab“. Es soll als innovativer dritter Lernort“ die Brücke zwischen blanker Theorie und der direkten Arbeit am Patienten schlagen. Künftig sollen hier das interdisziplinäre Lernen und die enge Zusammenarbeit zwischen Pflege, Physiotherapie und Medizin weiter gestärkt werden. Perspektivisch runden Formate wie geplante Patientenakademien das Campus-Angebot ab.

Hohe Wertschätzung durch die Meppener Senioren:  Dass dieses zukunftsweisende Konzept nicht nur Fachkreise , sondern die gesamte Region bewegt, zeigte sich kürzlich beim Besuch der Seniorenvereinigung Meppen. Das Interesse an den neuen Räumlichkeiten war so immens, dass gleich zwei Besichtigungstermine für die über 120 Teilnehmenden organisiert werden mussten.
Für viele der Gäste war der Besuch eine emotionale Zeitreise, da einige von ihnen ihre eigene Ausbildung einst in der früheren Krankenpflegeschule des Ludmillenstifts absolviert hatten. Richard Peters, Vorsitzender der Seniorenvereinigung, dankte den Campus- Verantwortlichen herzlich für die exklusiven Einblicke. In seinem Fazit unterstrich Peters die immense gesellschaftliche Relevanz der Einrichtung: „Wenn Pflege benötigt wird -im Krankenhaus, ambulant oder stationär – ist es gut, der Aus- und Fortbildung von Pflegekräften besondere Wertschätzung entgegenzubringen.“ Angesichts der stetig steigenden Pflegeintensität in der Gesellschaft sei eine exzellente Qualifikation und hohe Motivation der jungen Menschen von elementarer Bedeutung. Im Namen des Vorstands äußerte Peters den festen Wunsch, dass künftig alle Ausbildungsplätze am Campus belegt werden können und verband dies mit der dringenden Hoffnung, dass der seit Langem geforderte Bürokratieabbau im Gesundheitswesen endlich spürbar vorangetrieben wird.

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