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Seniorenvereinigung der Stadt Meppen e.V.

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Vortrag mit Rainer Eppelmann: Als die Angst die Seite wechselte

Pressemitteilung

Sehr aufmerksam lauschten über 260 Gäste, darunter 80 Schülerinnen und Schüler Meppener Gymnasien, im renovierten Emslandsaal Kamp den beeindruckenden Ausführungen von Rainer Eppelmann, der sein Leben in der Diktatur sowie seine Aktivitäten im Widerstand und während der friedlichen Revolution in der DDR schilderte.

Eppelmann wurde in jungen Jahren wegen Verweigerung des Wehrdienstes zu acht Monaten Haft verurteilt. Als Pfarrer organisierte er später Blues-Messen für orientierungslose Jugendliche, die mit den Zielen der kommunistischen Jugendorganisation „Freie Deutsche Jugend (FDJ)“ nichts anzufangen wussten. Den jungen Menschen wurde angeboten, ihre Sorgen und Wünsche im geschützten Raum der Kirchen auszutauschen. Bis zum Herbst 1986 fanden insgesamt 20 Veranstaltungen mit tausenden Teilnehmern statt.

Bald erlangte Rainer Eppelmann innerhalb der DDR Bekanntheit als Oppositioneller und wurde wegen seiner Aktivitäten, so zum Beispiel dem „Berliner Appell“ für Abrüstung – „Frieden schaffen ohne Waffen“, immer wieder inhaftiert.

Der Bürgerrechtler berichtete zunächst vom Volksaufaufstand am 17. Juni 1953, der sich gegen die Arbeits- und Lebensbedingungen richtete. Menschenketten stellten sich sowjetischen Panzern entgegen und hofften, dass sie nicht fahren. Doch sie fuhren!
Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen mit 50 Toten, vielen Verletzten und tausenden Inhaftierten.

Im Mai 1989 erstattete Rainer Eppelmann nach der Kommunalwahl Anzeige wegen Wahlfälschung. Er wurde daraufhin von der Staatsanwaltschaft vorgeladen und ihm wurde mit strafrechtlicher Verfolgung gedroht.

Insgesamt seien zwischen 1949 und 1989 über vier Millionen Menschen aus der DDR geflohen, mitunter täglich bis zu 10.000. Mit dem Bau der Mauer ab dem 13. August 1961 setzte sich die Fluchtbewegung fort, jedoch unter deutlich größeren Risiken und mit etwa 150 Todesopfern, allein an der Berliner Grenze.

Viele Bürger konnten sich über die Fernsehsender ARD und ZDF vom Leben im westlichen „Schlaraffenland“ informieren, so die Annahme des Bürgerrechtlers, und sicher seien jeden Abend in Gedanken 60 bis 70 Prozent der Bürger aus der DDR ausgereist.

Man kann es wohl als Ironie des Schicksals bezeichnen, dass Herr Eppelmann 1990 in der letzten DDR-Regierung Minister für Abrüstung und Verteidigung wurde.

Emotional erzählte Eppelmann vom Leben in der DDR mit der Angst vor Bespitzelung, Repressalien und Inhaftierung, abgetrennt vom Westen durch die Mauer und gefühlt wie im Knast.

Immer wieder stellte er mit seinem typischen „Berliner Slang“ provokant die Frage „Demokratie oder Diktatur – keen Unterschied“?

Die von Michail Gorbatschow eingeleiteten Liberalisierungen machten den Demonstranten in der DDR Mut. Die Zahl der Teilnehmer an den friedlichen Montagsdemonstrationen allein in Leipzig stieg im Laufe des Monats Oktober 1989 von 10.000 auf bis zu 70.000 und in Berlin, am Alexanderplatz auf mindestens 500.000, evtl. auch deutlich mehr. Aus verschiedenen Gründen, möglicherweise auch aus Angst vor dem Druck der Masse, gingen die Sicherheitskräfte nicht gegen die Demonstranten vor. Die Angst hatte die Seite gewechselt.

Die Öffnung der Grenze erlebte Eppelmann in vorderster Reihe mit, unmittelbar am Schlag-baum.

Von den vom SED-Regime versuchten Mordanschlägen auf ihn habe er erst nach der Wende und Einsicht in die Stasiakten erfahren. Er wisse nicht – so erläuterte der Bürgerrechtler – ob er bei Kenntnis dieser Dinge ebenso gehandelt hätte, schließlich sei er damals bereits Vater von vier Kindern gewesen.

Gerne würde er 93 Jahre alt werden, so der Wunsch von Eppelmann. Dann hätte er länger in der Demokratie als in einer Diktatur gelebt.

An die Schülerinnen und Schüler gewandt, erläuterte Eppelmann immer wieder die Chancen und Möglichkeiten der Demokratie, die von allen gestaltet werden müsse. Sein Appel lautete „Nutzt diese Chance!“

Zur Finanzierung der Veranstaltung wurde der Seniorenvereinigung Meppen von der Emsländischen Bürgerstiftung eine namhafte Förderung bewilligt. 

Text: Seniorenvereinigung der Stadt Meppen e.V.
Bilder: 1 Seniorenvereinigung; 2 Ems-TV; 3 ems-vechte-Welle
Hier finden Sie die Berichterstattung von Ems TV, der Ems-Vechte-Welle und 
des EL-Kuriers.

 
 

 

 
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Austausch mit dem Seniorenraad Emmen

Seniorenvereinigung Meppen zu Gast in den Niederlanden

Auf Einladung des SeniorenraadEmmen trafen sich in der vergangenen Woche Vorstandsmitglieder der Seniorenvereinigung Meppen zu einem Dialog mit ihren niederländischen Gastgebern. Bei dem Gespräch im „Pflegezentrum Holdert“ erläuterte Standortleiterin Saskia Schnoing die Besonderheiten der niederländischen Alten- und Krankenpflege. „Holdert“ verfügt über 120 Intensivpflege-Wohnungen und 109 externe Seniorenwohnungen. Neben 200 professionellen Mitarbeitern engagieren sich 85 Freiwillige für „Holdert“. Im niederländischen Gesundheitssystem gibt es sieben Pflegestufen, wobei ab Stufe 4 ein Seniorenappartement und erst ab Stufe 5 eine stationäre Pflege in Betracht kommt. Im Gegensatz zu den einkommensunabhängigen Leistungen der Pflegeversicherung in Deutschland, liegt die Zuzahlung in den Niederlanden je nach Einkommen zwischen 200,00 € und 3.000,00 €.

Benötigt man in den Niederlanden stationäre Pflege, gilt dafür das „Gesetz Langzeitpflege“ (Wet Langdurige Zorg). Dafür braucht man sich weder versichern noch einen monatlichen Beitrag zahlen.
Standortbetreuer Nick Zantingh führte durch das „Pflegeheim Holdert“. In der Diskussion wurde deutlich, dass es auch in den Niederlanden einen zunehmenden Fachkräftemangel und einen Mangel an Seniorenwohnungen gibt.
Die elf Mitglieder des Seniorenraad Emmen werden vom Bürgermeister ernannt. Insbesondere in den Themen Wohnen, Energie, Mobilität, Einsamkeit, Armut und Demenz berät der Seniorenraad die Stadtverwaltung. Aktuell werden mit dem Bürgermeister und den Stadträten Gespräche geführt zur vertraglichen Gestaltung hauswirtschaftlicher Leistungen. Zukünftig soll vom Dienstleister auch geprüft werden, ob bei den Betreuten Armut, Demenz und/oder Einsamkeit vorliegen. Strittig ist noch der dafür erforderliche Personalaufwand.

Haushaltshilfe wird in den Niederlanden von den Gemeinden nach dem Gesetz „Gesellschaftliche Unterstützung“ (Wet Maatschappelijke Ondersteuning) organisiert und finanziert. Sie hat zum Ziel, allen Einwohnern (ob alt oder jung) zu helfen, auch bei Problemen am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Möglich sind Putzhilfen, Tagesbetreuung und Hilfsmittel. Für diese Leistungen ist insgesamt ein einkommensunabhängiger Eigenbeitrag von maximal 21,00 € je Monat zu zahlen.

Nach dem Mittagessen im „Restaurant Holdert“ wurde gemeinsam der Zoo „Wildlands“ mit seinen verschiedenen Themenbereichen besucht. Tierpflegerin Raxona nahm die Gäste mit in den „Backstage-Bereich“ des Elefantengeheges und erläuterte sehr nachvollziehbar die edukative Betreuung der Dickhäuter.

Der Einladung der Seniorenvereinigung Meppen zur Teilnahme am „Meppener Seniorennachmittag“ im September wollen die Mitglieder des Seniorenraad Emmen gerne folgen.

Wenn die Zeitung „verheiratet“ wird

Seniorenvereinigung Meppen am Puls der Zeitungsproduktion

Bei einer Tagestour nach Osnabrück informierten sich kürzlich 60 Seniorinnen und Senioren aus Meppen im NOZ-Druckzentrum über die Komplexität moderner Medienarbeit.
Mitarbeiter der NOZ machten bei der Führung deutlich, dass der Mediengruppe mittlerweile 32 Tageszeitungen, 28 Wochenblätter und sieben Magazine angehören und dass im Druckzentrum auch zahlreiche Aufträge für Vertragspartner ausgeführt werden.Beeindruckt zeigten sich die Gäste vom großen Papierlager mit ständig 1.200 bis 1.500 Rollen, die jeweils bis zu 22 Kilometer Papier enthalten (Papierstärke 42,5 g/m²).Die riesige Druckmaschine erstreckt sich über mehrere Stockwerke und fertigt die verschiedenen Druckgänge mit einer Geschwindigkeit von 42 km/h. Am Ende der Fertigung werden die Zeitungen noch einmal aufgeklappt und es können bis zu 14 Beilagen eingefügt werden. Die Zeitungen werden „verheiratet“, so wird dieser Vorgang bezeichnet. Anschließend werden die Zeitungen zusammengefaltet, gebündelt, in die Speditionsfahrzeuge verpackt und zu den Bestimmungsorten gebracht.

75 % der Printausgaben der NOZ werden von Senioren gelesen. „Mit den Veränderungen im Redaktionskonzept werden deutlich mehr Hintergründe und mehr Vielfalt geboten, sowohl inhaltlich wie in der Art der Produkte“, so ein Verlagsmitarbeiter. Ziel sei es auch, mehr junge Menschen an die Angebote der NOZ heranzuführen.

Die redaktionelle Entscheidung, welche Artikel in der Printausgabe berücksichtigt werden, sei stark davon abhängig, wie häufig die Berichte von den Abonnenten (online) gelesen werden.
Mit dem neuen NOZ-Portal „Wir von hier“ werde z. B. Vereinen eine neue Möglichkeit geboten, ihre Berichte und Inhalte hochzuladen und so kostenlos die Reichweite von noz.de zu nutzen.
Nach der Besichtigung im Druckzentrum informierten sich einige Seniorinnen und Senioren bei einer Altstadtführung über die Geschichte der Stadt Osnabrück und den Friedenssaal, während andere in einem Café verweilten oder einen Stadtbummel unternahmen.

In einer kurzen Andacht im Dom zu Osnabrück stellte Weihbischof Johannes Wübbe, der von 1997 bis 2000 Kaplan in Meppen war, seine Worte unter das Motto des Heiligen Jahres 2025 „Pilger der Hoffnung“. Gläubige seien aufgerufen, sich auf eine spirituelle Reise zu begeben, um ihren Glauben zu erneuern und Hoffnung zu finden. Für die Begleitung an der Orgel sorgte der ehemalige Organist der Propsteigemeinde Meppen Balthasar Baumgartner.

Zum Abschluss wurden bei einer „Brotzeit“ im Café „In`t Hürhus“ in Emsbüren-Mehringen die vielen Impressionen der Tagestour ausgetauscht.

Text: Seniorenvereinigung der Stadt Meppen
Fotos: 1-6 NOZ, Sara Streiter; 7+8 Seniorenvereinigung der Stadt Meppen
Kameralogo: FreeImages

Pressemitteilung

Demenzkranken respektvoll begegnen
Wirksame Therapie nicht in Sicht

Mit dem Vortragsthema „Demenz“ hat die Seniorenvereinigung der Stadt Meppen ganz offenbar genau das Interesse der Seniorinnen und Senioren sowie von betreuenden Angehörigen geweckt. Im neuen Dorfgemeinschaftshaus in Meppen-Rühle hatten sich jedenfalls kürzlich annähernd 150 Gäste eingefunden, die die Ausführungen der Sozialwissenschaftlerin Frau Professor Dr. Luitgard Franke, Fachhochschule Dortmund, sehr aufmerksam verfolgten.

Die Referentin wies zunächst darauf hin, dass Ende des Jahres 2023 in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz lebten, in Niedersachsen etwa 170.000 und im Landkreis Emsland annähernd 6.000. Allein im Jahr 2023 seien etwa 445.000 Menschen neu an einer Demenz erkrankt. Infolge des demographischen Wandels werde die Anzahl der Betroffenen weiter zunehmen. Sofern in Prävention oder Therapie kein Durchbruch gelänge, könnten im Jahr 2050 in Deutschland bis zu 2,7 Millionen Menschen im Alter 65plus an Demenz erkrankt sein.

Am Beispiel eines Wocheneinkaufes machte Franke deutlich, dass dafür mit Kurz- und Langzeitgedächtnis, Zukunftsperspektive, zeitlicher Orientierung, logischem Denken und Entscheidungsfähigkeit viele Kompetenzen nötig seien, über die Demenzkranke auch bei leichter Erkrankung nur eingeschränkt verfügen.

Bei der Diagnose einer Demenz sei zunächst zu prüfen, ob leichte kognitive Störungen vorliegen, um welche Form der Erkrankung es sich handelt und wie sich die individuelle Lage des Patienten darstellt. Die entsprechende Überprüfung werde in der Regel von Neurologen oder Psychiatern vorgenommen.
Es handele sich um ein Syndrom als Folge einer meist chronischen oder fortschreitenden Krankheit des Gehirns. Dabei komme es z. B. zum Verlust der Auffassungsgabe, der Lernfähigkeit und des Sprachverständnisses. Hinsichtlich des Autofahrens komme es darauf an, dass nahe Angehörige Autorität gegenüber dem Erkrankten ausüben und auf eine Abgabe des Führerscheins drängen müssten, weil bei diesem das entsprechende Beurteilungsvermögen und die emotionale Kontrolle fehle.

Die Professorin erklärte dann die verschiedenen Formen der Demenz. Bei der Alzheimer Demenz erfolgt ein fortschreitender Verlust von Hirnzellen und eine Schrumpfung des Gehirns, während Vaskuläre Demenzen durch eine Schädigung der Blutgefäße im Gehirn entstehen. Beide Formen machen etwa 65 Prozent aller Erkrankungen aus. Sie sind nicht heilbar, durch Medikamente lässt sich lediglich das Fortschreiten eine Zeit lang verzögern. Sekundäre Demenzen, z. B. verursacht durch einen Hirntumor, seien evtl. durch eine Operation behandelbar.

Typische Symptome einer Demenz seien erkennbar im Denken (Gedächtnisstörungen), in der Sprache, im Handeln (Probleme im Straßenverkehr), im Erleben (Angst und Persönlichkeitsveränderung) sowie der Verlust der Erinnerung an frühere Ereignisse und nahestehende Personen.

Im Umgang mit Betroffenen komme es darauf an, so führt Franke anschaulich und gut nachvollziehbar aus, Respekt und Verständnis zu zeigen, fürsorglich, aber bestimmt aufzutreten, nicht auf Fehler hinzuweisen, Gefühle ernst zu nehmen und auf das körperliche Wohlergehen des Erkrankten zu achten. Wichtig sei auch, eventuelle Ungerechtigkeiten gegenüber Betreuungspersonen aufgrund des fehlenden Beurteilungsvermögens zu akzeptieren.

Anschließend machte der ehemalige Fahrlehrer Herr Bernhard Kemper, der über die Verkehrswacht Kurse wie „Fit im Auto“ anbietet, die Notwendigkeit regelmäßiger Gesundheitschecks im Alter deutlich. Als sehr sinnvoll bezeichnete er freiwillige „Rückmeldefahrten“, die dazu dienten, die Fahrkompetenz in realen Verkehrssituationen zu reflektieren.

Zum Ende der Veranstaltung berichtete Frau Kerstin Droste über die Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten des Demenz-Servicezentrums beim Landkreis Emsland.
Informationen unter pflegestuetzpunkt@emsland.de

Text und Fotos: Seniorenvereinigung Meppen

Besuch des KRONE-Museums in Spelle

Pressemitteilung

Historische Landmaschinen und Unternehmensgeschichte

Seniorenvereinigung Meppen besucht KRONE-Museum in Spelle

Eine sehr informative und unterhaltsame Tagestour erlebten kürzlich 60 Seniorinnen und Senioren aus Meppen beim Besuch des landwirtschaftlichen Museums der Firma Krone in Spelle. Hier wird neben der Entwicklung von Schleppern, Pflügen, Mähdreschern und vielen anderen Erntegeräten, das Krone-Programm aus 120 Jahren Firmengeschichte präsentiert. Auch „Pötte und Pannen“ aus Oma Krones Porzellangeschäft werden dargestellt.

Die langjährigen Mitarbeiter der Firma Krone, Ludger Gude und Georg Holterhues, erläuterten kompetent, anschaulich und humorvoll die Unternehmensgeschichte der 1906 gegründeten und heute weltweit agierenden Maschinenfabrik mit insgesamt 10.000 Mitarbeitern (davon allein 4.000 in Spelle) und einem Jahresumsatz von etwa 2,5 Milliarden Euro.

Beginnend mit einer einfachen Schmiede, so wurde den interessierten Besuchern erläutert, hat Krone in den dreißiger Jahren die Bulldog Generalvertretung der Firma Heinrich Lanz, Mannheim, und ab den siebziger Jahren den Vertrieb von John Deere-Traktoren übernommen. Die Arbeitszeit der Mitarbeiter betrug zeitweise wöchentlich 56,5 Stunden. In den siebziger Jahren entwickelte sich die Maschinenfabrik Bernard Krone GmbH & Co. KG zum führenden Spezialisten der Grundfuttererntetechnik.

Beeindruckend für die Seniorinnen und Senioren waren die vielen Exponate von einer einfachen Wassertränke für Kühe, Kartoffelrodern, Strohschneidern, klobigen Pflügen mit Selbstantrieb, bis hin zu den in den neunziger Jahren entwickelten Mähaufbereiter BIG M, der vergleichsweise in einer Stunde den Rasen auf 27 Sportplätzen mähen kann und dem Feldhäcksler BIG X, der in einem Arbeitsgang bis zu 17 Reihen Mais schneidet. Innovative Ballenpressen mit Folienumwicklung sind weitere Produkte der breiten Angebotspalette.

Kreativität entwickelten die Krone-Mitarbeiter in den Nachkriegsjahren, um das Bier für ein Betriebsfest von der westfälischen Rolinck-Brauerei aus Burgsteinfurt nach Spelle zu „schmuggeln“. In einem Lieferwagen wurde ein doppelter Boden eingebaut, um das Bier vor dem Zugriff der britischen Besatzungssoldaten zu schützen.

Am Rande wurde den Museumsbesuchern auch die Geschichte des Lingener Abgeordneten Heinrich Eckstein erläutert, der erstmals 1949 im Wahlkreis Bersenbrück-Lingen für die CDU direkt in den Bundestag gewählt wurde. Er war wesentlich am Zustandekommen des „Emslandplans“ beteiligt, der am 5. Mai 1950 vom Deutschen Bundestag einstimmig als Maßnahme zur „Erschließung der Ödländereien des Emslandes“ beschlossen wurde. Dies war der Grundstein für die Entwicklung des Emslandes vom „Armenhaus der Nation“ zu einer boomenden Erfolgsregion im Nordwesten, von der auch Krone profitierte.

Nach einer „Hochtiedssuppe“ im Restaurant „Schmiede 1906“ berichtete der langjährige ehemalige Samtgemeindebürgermeister von Spelle, Herr Bernhard Hummeldorf, bei einer Busfahrt quasi aus „erster Hand“ über die sehr positive Entwicklung der Samtgemeinde, so unter anderem über Maßnahmen der Dorferneuerung, den Ausbau des prosperierenden Hafens mit einem Umschlag von jährlich etwa 1,2 Millionen Tonnen sowie über leistungsstarke Industriebetriebe wie die Firma „Rekers Beton“, die z. B. Betonfertigteile für die Fußballstadien auf „Schalke“, in Düsseldorf, Duisburg und aktuell für Preußen Münster lieferte.

Bei Kaffee und Kuchen im „Moorcafé“ konnten sich die Seniorinnen und Senioren über die vielen Informationen austauschen. 

Spende der Emsländischen Volksbank eG

Schöne Weihnachtsüberraschung.

Die Emsländische Volksbank e.G. unterstützt auch in 2024 aus den Reinerträgen der Gewinnspargemeinschaft soziale und gemeinnützige Einrichtungen in der Region.

Für eine solche Förderung hatte die Seniorenvereinigung einen entsprechenden Antrag gestellt, dem erfreulicherweise mit der Zusage eines Zuschusses entsprochen wurde.

Heute -einen Tag vor Heiligabend- konnte die Seniorenvereinigung der Stadt Meppen e.V. aus den Händen des Filialleiters der Emsländischen Volksbank in Meppen, Herrn Michael Schmidt einen Spendenscheck in Höhe von 750,00€ in Empfang nehmen.

Wir freuen uns sehr und sagen herzlich danke.

Foto: Emsländische Volksbank

Weihnachtsfeier 2024

Pressemittteilung

Weihnachtsfeier der Seniorenvereinigung Meppen
„Lingener Männerquartett“ sorgt für Begeisterung

Mit der Weihnachtsfeier im Kolpinghaus in Meppen beschloss die Seniorenvereinigung Meppen den Reigen der zahlreichen Veranstaltungen im Jahresprogramm 2024.

Über 80 Seniorinnen und Senioren waren der Einladung des Vorstands gefolgt und erlebten bei Weihnachtsliedern, einigen Kurzvorträgen und Gedichten sowie einer Passage aus dem Weihnachtsoratorium einen geselligen und unterhaltsamen Nachmittag.

Ein ganz besonderer Höhepunkt der Feier war der Auftritt des „Lingener Männerquartett“ (LMQ) mit 24 Sängern unter der Leitung der Niederländerin Eline Harbers. Mit dem Gospel-Song  „Go tell it on the mountain“, dem “Trommellied” und anderen weihnachtlichen Titeln sorgte der Chor für eine facettenreiche und begeisternde Darbietung. Gänsehautmomente und feuchte Augen bewirkte bei den Seniorinnen und Senioren zum Abschluss der Titel “Jerusalem”, den das LMQ mit dem Pianisten Peter Nijland und vor allem mit der ausdruckstarken Altstimme der Dirigentin Eline Harbers interpretierte.

“Standig ovations” der Zuhörerinnen und Zuhörer waren der berechtigte Lohn für eine außergewöhnliche Performance.
Das Lied, so die erläuternden Worte von Harbers, beschreibe in der letzten Strophe den Wunsch und die Sehnsucht nach Frieden überall auf der Welt.Mit “We wish you a merry Christmas” und besten Wünschen für Weihnachten 2024 und für das Jahr 2025 entließ das LMQ das Publikum, das noch einmal mit lang anhaltendem Applaus dankte.

Bericht und Fotos: Seniorenvereinigung Meppen

 

Bericht vom 22.12.2024

Mitgliederversammlung 2024

„Franz Müntefering gab Tipps für die ältere Generation“

Zahlreiche Aktivitäten der Seniorenvereinigung der Stadt Meppen– Mitgliederversammlung beschließt Satzungsänderung

Von Lambert Brand - EL-Kurier am Sonntag den 03.11.2024

Die Seniorenvereinigung der Stadt Meppen legte jetzt anlässlich der Mitgliederversammlung im Jam (Jugend- und Kulturzentrum Meppen) ihren Jahresbericht vor. Daraus ging hervor, dass im Berichtsjahr zahlreiche Aktivitäten durchgeführt wurden, die bei den Mitgliedern großen Anklang fanden. Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung stand ein Vortrag von Heiner Pott, der sich mit der Wohnsituation für Senioren befasste (siehe weiteren Bericht unten).

In seinem Jahresrückblick ging Vereinsvorsitzender Richard Peters auf die Ereignisse des vergangenen Jahres ein und hob hervor, dass die Vortragsveranstaltung mit dem früheren Vizekanzler, Bundesminister und SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering zu den Höhepunkten zählte. Müntefering habe in einer „sympathischen und bescheidenen Art“ den anwesenden Senioren zahlreiche Tipps für das Leben im Alter gegeben. Aber auch die weiteren, stets gut besuchten Treffen fanden regen Zuspruch. Peters erwähnte unter anderem eine Lesung mit Christoph Migura mit Geschichten aus seinem schriftstellerischen Erstlingswerk „Mal sachte — mal klabaster. Ein Jahr mit uns Kindern aus Haltrup“ präsentierte. Eben-falls erfolgreich war der platt-deutsche Nachmittag mit Geschichten, Liedern und humorvollen Einlagen des Solounterhalters Marcus Bruns („Bruni“).

Sigrid Kraujuttis, Sozialdezernentin des Landkreises Emsland, erläuterte fachkundig die Strukturen der Gesundheitsversorgung im Emsland, insbesondere mit Blick auf die inzwischen beschlossene Krankenhausreform. Peters ergänzte, dass der Landkreis beschlossen habe, 13 Millionen Euro in die Modernisierung der emsländischen Krankenhäuser zu investieren. Ein großes Problem sei weiterhin, ausreichend Pflegekräfte zu finden. Ein weiteres, schwerwiegendes Thema, das in Deutschland Menschen jeden Alters betrifft, sei die Einsamkeit. Bernhard Sackarendt, 1. Vorsitzender des SoVD-Kreisverbandes Emsland, beleuchtete in einem Vortrag die Auswirkungen von Einsamkeit und Möglichkeiten der Prävention. Zum „Internationalen Tag der älteren Generation“ referierte Ehrenlandrat Hermann Bröring. Er hat laut Peters deutlich gemacht, dass das Emsland durch ein christliches Menschenbild, hohe Eigenverantwortlichkeit und das aktive Anpacken vieler Herausforderungen geprägt sei. Kreisreform, Arbeitsförderung und vo-rausschauende Politik hätten das Emsland stark vorangebracht. Zu den weiteren von der Seniorenvereinigung initiierten und gut angenommenen Angeboten gehörten der Besuch des Museumsdorfs Cloppenburg mit einem Einblick in vergangene Jahrhunderte sowie die Fahrt zur Dr. Oetker-Welt in Bielefeld. Rund 200 Senioren folgten der Einladung der Seniorenvereinigung zum Meppener Seniorennachmittag ins „Update“, einer ehemaligen Großraumdiskothek und heutigen „Eventlocation & More“. „Statt wummernder Beats und bunter Lichteffekte ging es in dieser besonderen Location eher beschaulich zu“, bemerkte Vorsitzender Peters. Das Lingener Männerquartett und die Präsentation einer Stretchlimousine gehörten zum Programm. Rechnungsführer Helmut Fühner wies in seinem Jahresbericht auf die gestiegenen Ausgaben hin. Dank eines großzügigen Zuschusses der Stadt Meppen in Höhe von 10000 Euro sowie der Kosten­beteiligung der Veranstal­tungsteilnehmer konnte man die Ausgaben weitgehend, aber nicht in voller Höhe aus­gleichen. Die Kassenprüfer be­stätigten Fühner eine akkurate Finanzverwaltung, sodass einer Entlastung nichts im We­ge stand. Bei den turnusmäßi­gen Neuwahlen wurden die stellvertretende Vorsitzende Christel Kemper und die Beisit­zerin Margret Spooren in ihrem Amt bestätigt. Die vom Vorstand vorge­schlagene Satzungsänderung, die im Wesentlichen redaktio­nelle Anpassungen und die Möglichkeit, ehrenamtliche Mitarbeit nicht durch direkte Zahlungen, sondern durch Ausstellung von Spendenbe­scheinigungen zu würdigen, beinhaltete, erhielt die not­wendige Mehrheit.

 „Mehr ganzheitliche Quartierskonzepte“

Heiner Pott:“Bedürfniss der älteren Menschen finden zu wenig Beachtung“ – zukünftig anders denken

Im Rahmen der Mitgliederversammlung der Seniorenvereinigung der Stadt Meppen referierte der ehemalige Lingener Oberbürgermeister, Staatssekretär i.R. und Direktor des Verbandes Wohnungswirtschaft Niedersachsen-Bremen, Heiner Pott, zur aktuellen und zukünftigen Lebenssituation älterer Menschen und zeigte die Probleme auf. Städtischer Direktor Matthias Wahmes erläuterte die Situation in Meppen. In seiner Einleitung wies der Vorsitzende der Seniorenvereinigung, Richard Peters, darauf hin, dass es in Meppen zunehmend schwieriger werde, bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum speziell für die ältere Generation zu finden. Derzeit lebten in Meppen über 8000 Menschen über 65 Jahren bei einer Einwohnerzahl von rund 36000. Prognosen zufolge soll sich die Zahl der über 65-lährieen bis 2040 auf über 10000 erhöhen. Die Anzahl der Wohnungen mit Mietbindung sei in den letzten Jahren erheblich geschrumpft. Heiner Pott ergänzte diese Aussage und berichtete, dass bezogen auf die Bundesebene nur rund 1,5 Prozent der Wohnungen barrierefrei seien und eine Versorgungslücke von über zwei Millionen Wohnungen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen bestehe. Es sei davon auszugehen, dass im Jahr 2035 etwa 27,6 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein werde. „Es kann doch nicht wahr sein, dass die Zahl der Sozialwohnungen stark schrumpft und kein Ausgleich erfolgt“, sagte Pott. Nicht nur die Wohnsituation der Senioren stehe unzureichend im Fokus der Verantwortlichen, sondern auch die zunehmende Einsamkeit und Anonymität vieler Menschen sei besorgniserregend und finde zu wenig Beachtung. Früher sei die Pflege oft im häuslichen Umfeld durch Angehörige geleistet worden, was heute aus verschiedenen Gründen in dieser Form nicht mehr möglich sei Pott ging in seinem Vortrage auf weitere Problemstellungen ein. Er forderte die Kommunen dazu auf, stärker als bisher zu analysieren, wie die Altersstruktur und das Lebensumfeld der Senioren in den Ortsteilen aussehen und sich zukünftig entwickeln könnten. Aus dieser Quartiersanalyse müssten Konzepte für ein ganzheitliches Quartierskonzept entwickelt werden, an deren Erarbeitung neben den Kommunen als „Kümmerer“ auch Wissenschaftler, Sozialverbände und vor allem die Betroffenen selbst beteiligt werden. Laut Pott müsse man zukünftig „anders denken“ und nicht nur das Wohnen, sondern auch das Leben betrachten. Senioren wollten möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Dies bedeute, dass im Rahmen einer Sozialraumgemeinschaft die Bedingungen dafür geschaffen werden müssten. Dazu zählten auch ein verbessertes Angebot an Service und Hilfestellungen sowie die Förderung von Kontakt- und Be- gegnungsmöglichkeiten. Besonders in kleineren Orten sei die Herausforderung groß, da die Verkehrsverbindungen und die Versorgungssituation oft unzureichend seien. Die Unterstützung durch Ehrenamtliche bei der Verwirklichung der „Sozialraumgemeinschaft” sehe er als bedeutsam an, vorausgesetzt, dass Hauptamt und Ehrenamt eng zusammenarbeiten. Städtischer Direktor Matthias Wahmes, der zusammen mit Fachbereichsleiter Arbeit, Soziales und Gesundheit Andreas Pothen die Stadt Meppen vertrat, machte in seinem Diskussionsbeitrag deutlich, dass in Meppen bereits ein Wohnraumkonzept erarbeitet und einige Projekte angeschoben worden seien. „Wir sind gut aufgestellt und können in Meppen beispielsweise genügend Pflegebetten anbieten. Es fehlen jedoch leider Pflegekräfte”, betonte Wahmes. Die von Pott eingeforderte Altersstrukturanalyse für die einzelnen Kommunen sei über den Landkreis bereits erstellt worden. Wahmes sagte weiter, dass die Umsetzung eines Quartiersmanagements für alle Altersgruppen eine sinnvolle Ergänzung sei, aufgrund begrenzter Kapazitäten jedoch noch nicht umgesetzt werden könne. Die Botschaft, alle Akteure an einen Tisch zu holen, sei jedoch richtig. Richard Peters machte deutlich, dass viele wichtige Aspekte angesprochen worden seien. Es seien in den 1990er Jahren in Meppen unter der Federführung von dem früheren Aschendorfer Stadtdirektor Hans-Altmeppen-Többen bereits erfolgreiche Modelle für zukunftsfähige Wohn- und Betreuungsformen entstanden, und man sollte diese Ideen wieder aufgreifen, und darauf aufbauen für kommende Konzepte.

Lambert-Brand-Fotos

Internationaler Tag der älteren Generation

Pressemittteilung

„Ich habe immer für das Emsland `gebrannt´.

Ehrenlandrat Hermann Bröring Gast der Seniorenvereinigung Meppen
Bereits zum zweiten Mal nach 2022 hat die Seniorenvereinigung der Stadt Meppen eine Veranstaltung zum „Internationalen Tag der älteren Generation“ durchgeführt. Dieser Aktionstag, der auf Beschluss der Vereinten Nationen seit 1991 an jedem 1. Oktober begangen wird, soll auf die Situation und die Belange der älteren Generation aufmerksam machen.
Als Gast referierte Ehrenlandrat Hermann Bröring vor über 70 Gästen zum Thema „Darum ist das Emsland so l(i)ebenswert“. Schnell wurde den Gästen deutlich, dass der langjährige Oberkreisdirektor und Landrat des Landkreises Emsland sowie Vorsitzender des „Emsländischen Heimatbundes“ noch immer für seine Heimat „brennt“. Den Emsländern, so Bröring, sei es noch nie so gut gegangen wie heute. Das Emsland sei geprägt durch einchristliches Menschenbild, durch eine hohe Eigenverantwortlichkeit und vor allem dadurch, dass man schon immer viele Dinge selbst in die Hand genommen habe. So seien z. B. aufgrund von Elterninitiativen schon früh die jetzt umfangreichen Angebote für Menschen mit Beeinträchtigungen entstanden.

In verschiedenen Studien unter anderem von der „Prognos AG“, einem Analyse- und Beratungsunternehmen mit Sitz in Basel, sei das Emsland vor einigen Jahren im Bereich „Familienfreundlichkeit“ bundesweit auf Platz 25 von insgesamt 400 Kommunen und bei der Studie „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ vom „Institut der deutschen Wirtschaft“, Köln, im Jahr 2023 sogar auf Platz 10 eingestuft worden.

Durch vorausschauende Politik sei es gelungen, die emsländische Arbeitslosenquote von rd. 16 % in den achtziger Jahren bis zum Jahr 2023 auf etwa drei Prozent zu senken. Damit weise das Emsland zusammen mit der Grafschaft Bentheim niedersachsenweit die niedrigste Quote auf.

Mit der Kreisreform 1977, deren Umsetzung der ehemalige Landrat anschaulich erläuterte, sei die „2. Stufe“ der emsländischen Erfolgsgeschichte gezündet worden. Zu nennen seien unter anderem der Ausbau des Radwegenetzes, die Stabilität für die Elternbeiträge bei Kindertagesstätten sowie erhebliche Investitionen zur Verbesserung der pflegerischen Infrastruktur und im Krankenhauswesen. Intensiv habe der Landkreis auch die Sprachförderung für einen besseren Zugang zur Bildung auf den Weg gebracht. Mit den Maßnahmen zur Arbeitsförderung wie z. B. „Arbeit statt Sozialhilfe“ sei bereits ab 1997 mit der Gründung der Emsländischen Service- und Beschäftigungsagentur (ESBA) vielfach eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bewirkt worden.
Schließlich kam der frühere Behördenchef auch auf die emsländische Initiative zum Lückenschluss der Autobahn zu sprechen. Nach Maßgabe des Bundes sollte die A 31 zunächst nur bis zur Anschlussstelle Wietmarschen fertiggestellt werden. Trotz mancher Widerstände sei der Lückenschluss maßgeblich von den emsländischen Kommunen und der Wirtschaft realisiert worden und darauf seien die Emsländer zu Recht stolz. Inzwischen hätten sich viele florierende Industriebetriebe längs der A 31 angesiedelt.

Für die „Hannoveraner“ seien das westliche Niedersachsen und speziell das Emsland lange kaum existent gewesen. Durch die positive Entwicklung habe die Region aber im Laufe der Zeit Respekt, mitunter auch den Neid, seitens der Landespolitik erworben.

Zu Recht habe das Berlin-Institut in seiner Studie „Von Kirchtürmen und Netzwerken“ im Jahr 2017 auf das gute Zusammenwirken von Kommunen, Kirchen und Wirtschaft einerseits sowie tatkräftigen Bürgern und ehrenamtliches Engagement andererseits als zielführenden Erfolgsfaktor hingewiesen.

In den Augen Gottes sei jeder Mensch wertvoll und nicht nur ein Name oder eine Nummer. Dies wurde zum Abschluss des Nachmittags in einer kurzen ökumenischen Andacht von Propst Günter Bültel, Kath. Propsteigemeinde St. Vitus, und Pastor Krüger, Ev.-luth. Gustav-Adolf-Kirchengemeinde, deutlich gemacht. Für die musikalische Begleitung sorgte der „Seniorenchor 60plus des Dekanats Emsland-Mitte“.
Den leckeren Kaffee und Kuchen vom Vitus-Werk Meppen ließen sich die Seniorinnen und Senioren gerne schmecken.

Bericht und Fotos: Seniorenvereinigung Meppen

„Laufen, Lernen und Lachen“

Franz Müntefering in Meppen über aktive Lebensgestaltung im Alter

Meppen (EL) – Mit seinem Vortrag im Hotel Via Plaza in Meppen zum Thema „Älterwerden in dieser Zeit“ hat der ehemalige SPD-Bundesminister und Vizekanzler a. D. Franz Müntefering die Gäste der Seniorenvereinigung Meppen begeistert. Dabei gab er den Anwesenden viele Denkanstöße zu einem aktiven Leben im Alter.

Gleich zu Beginn seines Vortrags machte Müntefering deutlich, dass der Kontakt untereinander eine große Bedeutung besitze und vor allem für ältere Menschen wichtig sei. Grundsätzlich müsse mehr miteinander über das Alter gesprochen werden. „Früher hat man noch die Ansicht vertreten, dass über das Älterwerden und über das Sterben nicht gesprochen werden darf. Das ist falsch“, erklärte Müntefering.

Es sei notwendig, sich mit seinem Alter aktiv auseinanderzusetzen und offen für neue Möglichkeiten und Betätigungsfelder zu bleiben. „Fest steht, dass sich mit dem Alter etwas verändert. Darauf muss man eingehen‘, sagte der 84-Jährige. Ihm falle beispielsweise das Treppensteigen schwerer. Ein barrierefreies Wohnumfeld werde wichtiger. So sei es unter anderem klug, den Teppich aus dem Wohnzimmer zu entfernen, um Stürze über die Teppichkante zu vermeiden. „Ein Teppich ist an der Wand besser aufgehoben als auf dem Boden”, sagte er.

Vieles habe sich in der heutigen Zeit mit Blick auf das Älterwerden verändert. Menschen seien im Alter oft einsam, vor allem wenn der Partner stirbt und die Kinder weit entfernt wohnen. „Dann fehlt den Älteren die Kraft, um rauszugehen und neue Kontakte zu knüpfen“, so Müntefering. Dabei gebe der soziale Kontakt zu Mitmenschen neue Impulse und neuen Antrieb. Aus diesem Grund empfahl Müntefering die drei L’s: Laufen, Lernen und Lachen.

„Es ist gut, wenn man sich viel bewegt. Am besten in der Gemeinschaft“, riet Müntefering. So könnten ein regelmäßiger gemeinsamer Spaziergang mit Bekannten und ein anschließender Restaurantbesuch mit guten Gesprächen viel Positives bewirken.

Lernen sollte auch im Alter eine Rolle spielen. Es sei sinnvoll, sich mit Dingen auseinanderzusetzen, die einen interessieren. Gleichzeitig riet er dazu, offen für Neues zu bleiben. Um Neues zu lernen, gebe es verschiedene Möglichkeiten. Universitäten bieten zum Beispiel Vorlesungen für ältere Menschen an“, sagte Müntefering.

Das Lachen dürfe im Alter ebenso nicht fehlen. „Das geht in der Gemeinschaft viel besser“, sagte er und lobte Vereine und Verbände wie die Seniorenvereinigung Meppen: „Sie sorgen dafür, dass sich Menschen treffen und eine Gemeinschaft entsteht.”

Darüber hinaus vertrat der ehemalige Bundesminister die Ansicht, dass auf die Erfahrungen, die ältere Menschen besitzen, viel mehr Wert gelegt werden müsse. „Niemand sollte sich das eigene Leben wegreden lassen. Die Lebenserfahrung jedes Einzelnen zählt und nicht nur die Ansichten der jüngeren Generation“, sagte Müntefering. Er selbst habe von seinen Eltern, insbesondere von seiner Mutter, viel gelernt. Politik müsse mehr auf die Bedürfnisse der älteren Generation eingehen, gleichzeitig sollten die Älteren diese aber auch selbstbewusst einfordern und sich in die Gesellschaft nach ihren Möglichkeiten einbringen.

Am Ende der Veranstaltung beantwortete Müntefering Fragen der Gäste. Auf die Frage, wie man mit den rechten „Chaoten“ in der Politik umgehen müsse, erklärte der ehemalige Vizekanzler, dass die Demokratie mittlerweile viele Feinde und Gegner habe. Er riet dazu, dass sich die demokratischen Parteien geschlossen gegen Extremisten stellen sollten. Als die Frage zu den Herausforderungen in der Pflege und Rente aufkam, erklärte Müntefering, dass es in der Rente flexiblere Modelle geben müsse. „Wer länger arbeiten möchte, sollte das machen können. Es gibt aber auch viele, die schon mit 50 Jahren kaum noch arbeiten können“, sagte Müntefering und machte deutlich: Jeder, der lange in das Rentensystem eingezahlt habe, sollte eine auskömmliche Rente erhalten. Im Bereich der Pflege sei es nötig, mehr Unterstützung für Menschen zu leisten, die im häuslichen Umfeld versorgt werden. Zudem müsse den pflegenden Angehörigen mehr geholfen werden.

Richard Peters, Vorsitzender der Seniorenvereinigung Meppen, auf dessen Einladung der Referent nach Meppen gekommen war, dankte Franz Müntefering für dessen Ausführungen und überreichte ein Präsent.

Auf ein Honorar verzichtete Müntefering im Übrigen. Im Gegenzug leistet die Seniorenvereinigung eine Spende an den Krebsfonds Ludmillenstift Meppen.

Text und Bilder: Heinrich Schepers, EL-Kurier am Sonntag
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