Gerd Gels: „Man ist erst alt, wenn man aufgehört hat, aktiv zu sein“ – Blick auf Gesundheitslotsen im Emsland – Umfangreiches Jahresprogramm
Von Lambert Brand
Meppen (EL) – Musik, Akrobatik, Begegnungen und viele Gespräche: Rund 280 Frauen und Männer sind der Einladung der Seniorenvereinigung der Stadt Meppen zum inzwischen 16. Meppener Seniorennachmittag gefolgt. Im Emslandsaal Kamp erlebten sie ein abwechslungsreiches Programm, bei dem zugleich deutlich wurde, welchen Stellenwert Gemeinschaft und ehrenamtliches Engagement gerade im Alter haben.
Vorsitzender Richard Pe
ters begrüßte die Gäste und zahlreiche Vertreter aus Politik, Verwaltung und Seniorenarbeit. Dazu gehörten unter anderem die Landtagsabgeordnete Andrea Kötter, der stellvertretende Landrat Hubert Kruse, Sozialdezernentin Sigrid Kraujuttis und Fachbereichsleiter Wilfried Ripperda vom Landkreis Emsland. Für die Stadt Meppen waren der stellvertretende Bürgermeister Gerd Gels, Erster Stadtrat Matthias Funke und Fachbereichsleiter Andreas Pothen vertreten. Erstmals nahm auch Harald Sommerfeld, Vorsitzender
des Landesseniorenrates Niedersachsen, teil. Mit dabei war zudem Annegret Lüken vom Kreisseniorenbeirat Emsland.
Andrea Kötter hob in ihrem Grußwort die Bedeutung der Seniorenvereinigung und ihrer Veranstaltungen hervor. Sie böten Möglichkeiten, miteinander in Kontakt zu kommen, Geselligkeit zu erleben und damit auch Vereinsamung entgegenzuwirken. Kötter bezeichnete eine solche Gemeinschaft als „sorgende Gemeinschaft“ und als ein Zukunftsmodell.
Sigrid Kraujuttis lobte die Seniorennachmittage als „wunderbare Tradition“. Ebenso habe das umfangreiche Jahresprogramm der Seniorenvereinigung einen hohen Stellenwert. Stadt und Landkreis unterstützten über ihre Pflichtaufgaben hinaus ehrenamtliches Engagement. Kraujuttis verwies in diesem Zusammenhang auch auf das neue Projekt „Emsland Care“ mit Gesundheitslotsen in den Städten und Samtgemeinden, das nach Angaben der Stadt Meppen bereits auf gute Resonanz stoße. (Siehe unten stehende Spalte)
Der stellvertretende Bürgermeister Gerd Gels dankte den vielen Senioreneinrichtungen, die sich ehrenamtlich engagieren, und ausdrücklich auch dem Vorstand der Seniorenvereinigung für sein interessantes Jahresprogramm. „Man ist erst alt, wenn man aufgehört hat, aktiv zu sein“, gab er den Gästen mit auf den Weg. Aus seiner Tätigkeit in der Telefonseelsorge berichtete Gels zugleich von Menschen, die von Ängsten geplagt seien und Hilfe benötigten. Erschreckend sei, dass darunter auch viele junge Menschen mit Zukunftsängsten seien. Beeindruckt von der großen Besucherzahl zeigte sich Harald Sommerfeld. Der Vorsitzende des Landesseniorenrates Niedersachsen freute sich darüber, wie viele Menschen der Einladung zum Seniorennachmittag gefolgt waren. Dass Seniorenarbeit in Meppen wesentlich vom Ehrenamt getragen wird, machte auch eine besondere Ehrung deutlich. Die stellvertretende Vorsitzende Christel Kemper würdigte die Seniorengruppe der
katholischen Kirchengemeinde Rühle und insbesondere Josef Lünnemann. Die Kirchengemeinde gehört seit 1991 der Seniorenvereinigung an. Seit 2008 leitete Lünnemann gemeinsam mit Hedwig Rojer und Rudi Muke die Seniorengruppe. Kemper dankte für das langjährige Engagement und die gute Zusammenarbeit.
Für beste Unter
haltung sorgte anschließend ein Programm, das mehrere Generationen zusammenführte. Einen starken Auftritt hatte die erst 17-jährige Lotta Gruber aus Meppen-Schwefingen mit den Liedern „At Last“ von Etta James und „Je veux“ von ZAZ. „Sowohl gesanglich als auch in der Darstellung überzeugte die junge Künstlerin auf ganzer Linie. Ihren Beitrag honorierte das Publikum mit großem Applaus.“ Maritimes Flair brachte der Shantychor Geeste in den Saal. Bereits vor zehn Jahren war der Chor beim Meppener Seniorennachmittag zu Gast. Unter der Moderation von Peter Ludewig erklangen stimmungsvolle Shantys, Seemannslieder und bekannte Schlager, die mit viel Beifall bedacht wurden.
Zu einem weiteren Höhepunkt wurde der Auftritt von mehr als 30 Cheerleaderinnen des TV Meppen. Mit Tanz, Akrobatik und eindrucksvollen Choreografien sorgten die jungen Sportleri
nnen immer wieder für Staunen und begeisterten Applaus. Damit setzte die Seniorenvereinigung bewusst ihren generationenübergreifenden Ansatz fort.
Doch nicht allein das Bühnenprogramm machte den Nachmittag aus. Bei Kaffee und Kuchen nutzten die Besucher ausgiebig die Gelegenheit zu Gesprächen, zum Wiedersehen und zum Austausch. Damit wurde praktisch erlebbar, was zuvor in den Grußworten mehrfach angeklungen war: Gemeinschaft, Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe sind wesentliche Voraussetzungen dafür, auch im Alter aktiv zu bleiben.
Die Seniorenvereinigung kann inzwischen auf 35 Jahre Seniorenarbeit in Meppen zurückblicken, wie Vorsitzender Peters betonte. Ihr Anspruch bleibt dabei unverändert: Dazu beizutragen, dass Meppen eine Stadt ist, in der man nicht nur gut leben, sondern auch gut älter werden kann – in Gemeinschaft und mit Lebensqualität.

